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Mittwoch, 23. September 2020

25. Drei-Talsperren-Marathon in Eibenstock am 19.09.2020

Eines der wenigen Rennen in 2020: der 25. DTM in Eierstock. Zum Glück vom SRB noch kurz vor knapp registriert, sodass Lizenzfahrer sanktionsfrei mitfahren dürfen. Ich lasse mich nicht lumpen, melde für sportliche 41 EUR eine Woche zuvor meine Teilnahme an, denn am Renntag hätte mich das 51 EUR gekostet. Bei den hohen Preisen muss ich zwischen GBM und DTM wählen, weil ich für dieses Geld nur einen Marathon fahren will. Der DTM liegt mir mehr: Man braucht nur zwei Dinge: keine Fahrtechnik, dafür Druck in den Keulen. 

Mein Verbottlungs-Tisch im Tal am Rundenabzweig zu Runde 3 ist schnell aufgebaut; die Flaschen des Teamkollegen Mike Baumann und mir passen da locker drauf. Und um 9.30 Uhr geht es unter Fernbleiben des Großteils der Weltelite pünktlich los im Jahn-Stadion. 

Anstieg Nummer 1 dient wie jedes Jahr als erste Messlatte, ob du gut gefrühstückt hast oder nicht. Ich habe es und kann problemlos die Pace bis Carlsfeld mitgehen. Dasselbe gilt für Anstieg 2 zur Carlsfelder Talsperre. So viele Leute sind wir hier gar nicht mehr. Unterwegs verabschiedet sich ein Cross- bzw. Straßenfahrer nach vorn, Kollege Bike Maumann fährt wenig später hinterher. Von den anderen Fahrern will keiner so recht Nachführarbeit leisten, und ich darf es nicht, weil der Kollege ja vorne fährt. Das Dilemma klärt sich zum Glück von selbst in einem kleinen Gefällestück vor der Rampe zum Auersberg, wo ich dem Gruppetto vorne fahrend enteile und es nicht mal merke anfangs. An die zwei Knaben docke ich noch vor der Rampe an. Zu dritt geht’s über den besagten Col de Auers, wo sich Mike die Bergwertung schnappt. Hätte ich gewusst, was es dieses Jahr da zu holen gibt, wäre ich definitiv mitgesprintet, so aber unternehme ich gar nichts, die pure Arbeitsverweigerung. Letztes Jahr haben sich Mike und ich hier den Zahn etwas gezogen, und den Fehler wollte ich dieses Jahr nicht noch mal machen. Auf den folgenden zwei Abfahrten Richtung Talsperre Sosa rollen wir – der Crosser und ich, der Graveler, – zu Mike auf und beginnen Runde 2. 

Am steilen Schotteranstieg zum Col de Auers muss der Crossfahrer reißen lassen. Mike hat einen schleichenden Plattfuß. Bei mir läuft alles im Lot. Um sich Zeit fürs Nachpumpen zu verschaffen, fährt Mike nach vorne raus und pumpt auf dem Gipfel fleißig Luft nach. Von hier sind es noch ca. 60 km bis ins Ziel. Damit Mike wieder andocken kann, gase ich nicht brachial an und lasse es nur rollen. Da haben wir beide was davon. Vor der Abfahrt Richtung Sosa stellt er den Anschluss wieder her. In der Abfahrt selber, die auch noch „Höllengrund“ heißt, hat’s übel gescherbelt bei den 50-km-Fahrern. Sieht nach Massensturz aus. Tempo drosseln, gucken, ob alle versorgt sind, etwas vorsichtiger weiterfahren, falls die Bergwacht mit dem Auto entgegenkommt. Kommt sie noch nicht. Dem/den Verunfallten beste Genesung. Der Hubschrauber hatte zu tun heute. Von Sosa fahren wir zwei weiter nach Blauenthal und Eibenstock, wo Runde 3 in Angriff genommen und sich beim Tisch bedankt wird für die astreine Verbottlung. 

Es ist wie meistens beim DTM, dass der erste Anstieg in Runde 3 eine Art Vorentscheidung bringt. Ich weiß jetzt nicht, wie alt ich bin, aber mir scheint, dass Mike etwas jünger ist und mehr Körner hat als ich. Er verabschiedet sich langsam nach vorne. Im Geschlängel der Waldautobahnen komme ich zwar etwas näher, nur leider halt nicht zwingend. Da reicht auch eine persönliche Bestzeit am Col de Wauwau nicht aus. Dem Anstieg folgen nun tatsächlich ein paar Trails, bevor es über die Talsperrenmauer in Eierstock eben nach Eierstock geht – zum zweiten Mal für heute. Bis zum Ziel passiert nicht mehr viel und nach vorne fehlen ca. 50 s. Nach hinten noch weniger, denn ich habe die Eigenart zu bummeln, wenn ich alleine im Flachen fahre. Ist mir hier schon öfters passiert. Die Gruppe hinter mir ist gefährlich nahegekommen. Das merke ich jedoch erst im Ziel. 

Am Ende steht Platz 2 zu Buche. Da ich unter die drei Ersten gefahren bin, warte ich die Siegerehrung fairnesshalber noch ab, damit Mike und der Dritte, Erik Knauf, nicht alleine auf dem Podium stehen. Sieht nämlich doof aus. Leider dauert es bis zur Siegerehrung exakt die Zeit, die wir für die 100 km auf dem Rad benötigt haben. Es ist kurz vor halb fünf, im Ziel waren wir kurz vor um eins. Es ist daher nicht verwunderlich, dass bei der Siegerehrung der langen Kanten nur noch halb so viele Leute da sind – sowohl im Publikum als auch unter den AK-Platzierten. Denn zu holen an Preisen gibt es leider nichts. Ein Wimpel für den Ersten, Urkunden für die Platzierten. Und eine Keramikmedaille. Für das Startgeld muss doch mal mehr drin sein. Und das Missverhältnis zwischen dem Bergwertungspreis und dem Preis für den Gesamtsieg verstehe ich auch nicht. Zum Glück ist Mike ein fairer Sportsmann, aber wenn man es drauf anlegt, kann man einzig und allein mit noch frischen Beinen auf die Bergwertung nach 20 km fahren und sich danach ausruhen oder gar das Rennen auf dem Berg beenden. Etwas mehr für den Gesamtsieg und die Platzierten, dafür weniger für die Bergwertung, das wäre in Ordnung aus meiner Sicht. Und vielleicht nicht nur aus meiner. Von diesen Einwänden mal abgesehen, war die Organisation des DTM bei der momentanen Situation sehr gut und professionell. 

Ich bin mal gespannt, wohin es mit der Preispolitik nächstes Jahr geht. Nicht nur hier in Eierstock. Wäre schade, wenn der eine oder andere nicht mehr mitradeln kann, weil’s einfach zu teuer ist. Ich habe das dem Veranstalter auch vor Ort gesagt.  

Ein Straßenrennen steht zwar noch im Kalender, wenn man sich das Wetter am kommenden Wochenende aber so ansieht, kann es das mit der sehr kurzen Saison 2020 schon gewesen sein. Mal schauen. 

Ergebnisse: hier.

(c) by DTM Eibenstock
Gesamtwertung 100 km
(c) by DTM Eibenstock

Montag, 14. September 2020

Grenzland-Radmarathon in Auerbach am 13.09.2020

Wer vermutet, hier den Rennbericht des GBM zu finden, den muss ich enttäuschen. Statt des GBM bin ich den GRM gefahren auf dem Rennrad. Der GBM ist mir wie die letzten Jahre auch schon mit 45 EUR Nachmeldegebühr einfach zu teuer. Da muss ich mich entscheiden zwischen dem DTM in Eibenstock next week, der leider auch fast so teuer ist, und dem GBM. Der DTM liegt mir mehr, deswegen werde ich in Eierstock am Start stehen. 
Beim GRM erhält man für knapp 20 EUR inkl. Nachmeldegebühr deutlich mehr im Startpaket und ein üppiges Buffet mit allem Drum und Dran. Die Strecke ist mit rund 210 km, 3700 Hm und einer Fahrzeit zwischen 6,5 und 7 Stunden dabei nicht leichter als die beim GBM. 

Gefahren wird der RTF insbesondere die letzten schweren 100 km quasi wie ein Rennen. Das äußert sich darin, dass in Runde 1 (36 km, 500 Hm) und Runde 2 (43 km, 750 Hm) noch relativ viele Leute beisammen sind. In Runde 3 (55 km, 1000 Hm) gehen dann im Grenzgebiet Tschechien-Deutschland die nennenswerten Berge los, und in Runde 4 (70 km, 1500 Hm) wird's eklig. Da kann man schon mal für den DTM in Eibenstock den Asphalt auf den Anstiegen im Wald hoch zum Col de Auers testen.

Der RTF ist wie gesagt kein Wettkampf, aber er wird von einigen Rennfahrern genutzt, um Kilometer zu sammeln, vor allem am Berg. Entsprechend wird gebolzt. Zu vergleichen ist das mit dem Fichtelberg-Radmarathon oder der Vier-Hübel-Tour.

Die Runden 1 und 2 verlaufen bis auf einen üblen Sturz vor mir, der der nicht immer optimalen Streckenbeschilderung zu verdanken ist, recht zügig ab. Ab Runde 3 kommen dann die ersten Scharfrichter in Tschechien und Mühlleiten, wo ich aber im Gegensatz zu einigen anderen Fahrern gut drüber komme. Hier und da muss ich für unsere Gruppe den Guide spielen, weil ich mir das aktuellste Streckenprofil runtergeladen habe. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich paar mal herausstellt. Am Ende der 3. Runde sind wir nur noch zu fünft. Die Verpflegung mit Kuchen, Brötchen, Getränken nehme ich voll mit, mit dem Nachteil, am ersten Anstieg der Runde 4 zu explodieren. Der Magen ist viel zu voll, ich kann nicht richtig Luft holen. Anfängerfehler. Drei Rennfahrer enteilen meinem Mitstreiter und mir. Irgendwann jedoch habe ich die Verpflegung verarbeitet und bringe prompt wieder vernünftige Wattzahlen auf die Kurbel. In Sosa holen wir die drei Leute am Anstieg zum Col de Auers wieder ein. Das Tempo ist recht hoch, was zwei Leute veranlasst, abreißen zu lassen. Zu dritt geht es die cheis Rampe zum Auersberg hoch, wo ich nach 175 km den Gang nicht mehr richtig rumkriege. Zu fett gekettet, zu fett der Bauch. Ich quäle mich da hoch, als wäre ich noch nie Rad gefahren. Oben aber warten die zwei enteilten Kollegen, sodass wir zu dritt die Abfahrt und die restlichen Kilometer abspulen können. Am letzten unschönen Berg in Carlsfeld muss ich wieder reißen lassen, weil die Muskeln nur noch Pudding sind und die Mitstreiter auch um einiges jünger. Da stellt sich immer die Sinnfrage, wieso Radsport, wieso nicht Eisessen und Kaffeetrinken im Garten? Nun ja, ich l(i)ebe halt den Radspocht.

Am Ende inoffizieller Dritter mit 6:35 Stunden Fahrzeit und vier Minuten Rückstand auf den Ersten, Rennfahrer Robert Müller, der dieses Jahr schon 32.000 km in den Beinen hat. Keine Ahnung, wie das geht, wenn man kein Profi ist oder Student, aber respekt. Auf P2, den Rennfahrer Thorben Haushahn, sind es zwei Minuten.

Der GRM ist schon wegen seines fairen Preis-Leistungs-Verhältnisses kein Geheimtipp mehr und wird, wenn die Preispolitik bei lokalen MTB-Marathons so beibehalten wird, sicher immer weit oben auf meiner Liste stehen.



17. Kamm-Bike-Cross am 25.07.2020 in Johanngeorgenstadt

Dieses Jahr ist alles anders. Viel hat sich getan oder verändert. Beim KBC äußert sich das in einer geänderten Streckenführung mit Einzelstart wie beim Zeitfahren. Ich darf als Dritter auf die Strecke, kann im ersten Anstieg gleich an die virtuelle Spitze fahren und von da an mein Tempo bestimmen. Es geht über vier Runden zu je 15 Kilometern. Runde 1 spule ich erstaunlich schnell ab, so wie die jungen Hüpfer in rund 33 Minuten. Da ist mir einer rausgerutscht. Die Einfahrt in Runde 2 verpasse ich, weil's im Start-Ziel-Gelände irgendwie unübersichtlich ist. Der Veranstalter bildet deswegen einen Pseudo-Mittelwert aus den Rundenzeiten von Runde 1 und 3. Diese 2. Runde bestreite ich zusammen mit Fahrer Stefan Donner.

Runde 3 bin ich wieder auf mich allein gestellt, verpasse dieses Mal aber nicht die korrekte Streckenführung, weil es nun übersichtlicher ist im Start-Ziel-Gelände. Besondere Vorkommnisse: keine.

Runde 4 läuft etwas zäh. Das Motto "Wer früh startet, wird früh müde" schlägt hier konsequent zu, sodass meine Rundenzeit mit gut 41 Minuten unterirdisch ist, es sei denn, die Zeitmessung hat nicht richtig hingehauen. Jedenfalls muss ich im Ziel erst mal darum kämpfen, überhaupt in die Ergebnislisten zu kommen. Aber das geht schneller als erwartet. Am Ende ein zufriedenstellender Rang 7.

Auf der Siegerehrung darf ich mich noch über einen feinen Präsentkorb anlässlich meiner 15. Teilnahme beim KBC freuen. Vielen Dank an den Veranstalter!

Ergebnisse: hier.




Freitag, 4. Oktober 2019

18. Adelsberger Bike-Marathon in Chemnitz/Adelsberg am 03.10.19

Das Saisonfinale fällt wie meistens auf den ABM. So auch dieses Mal. Oder anders ausgedrückt: Das Saisonfinale fällt meistens ins Wasser. So auch dieses Mal. Schiffe, klitschnass und kalt. MTB-Wetter vom Feinsten. Ich lasse es mir dennoch nicht nehmen, die 60 Kilometer unter die Reifen zu nehmen, zum x-ten Mal. Pünktlich kurz vor halb zehn treffe ich im Startgelände ein, pünktlich um zehn beginnt das Rennen. Dass ich geistig noch nicht völlig anwesend bin, merke ich, als ich zum Auto zurück will und dieses nicht finde. Frau Seidel bzw. die Freundin von David Seidel gibt mir den entscheidenden Tipp. Danke dafür! Ich habe noch Zeit, mich einigermaßen warm- und nasszufahren vorm Start. Das Starterfeld ist nicht allzu groß, aber stark besetzt. Und schon geht es los.

Der Kreislauf ist heute willig, der Kopf noch träge, die Motivation … na ja. Ich lasse es zunächst etwas entspannter angehen und ordne mich recht weit hinten ein. Dass vorne die Post abgeht, ist mir erst einmal völlig wurscht, da das Rennen heute wegen der Bedingungen etwas schwerer werden könnte als sonst, auch wenn es nur drei Runden sind. Bis ich trotz extra starker Latschenkiefer einigermaßen warm bin und ins Rollen komme, vergehen ein paar Kilometer. Hohl- und Höhenweg nutze ich, um mich von meiner bisherigen Gruppe nach vorne zu verabschieden und ein paar Leute von vorne zu überholen. Am Gipfel des Hammergrundanstieges steht wie meistens meine leibliche Modder in ihrer Funktion als Verbottlerin und Pilzsuchende. Auch der Vadder ist mit dabei in seiner Funktion als Regenschirmhalter und schießt Fotos seines dreckigen Sohnes. Danach geht es wie immer bergab, dann bergauf, dann wieder holprig bergab und wieder „gegenwindig“ bergauf, bis man die Koppelabfahrt erreicht. Hier docke ich an das Inversionswetterlagen-Phänomen Philipp Kohl und gleich darauf an Fahrer Sölter an, den es auf dem Feldweg leicht hinschmiss, weil der Weg in der Tat sehr glitschig ist. Beides sind noch gute Bekannte vom 100-km-DTM (Rennbericht ist jetzt auch online). Zu dritt und auf den Positionen vier, fünf und sechs liegend, beginnen wir Runde zwei. Fahrer Sölter gibt eingangs der Anstiege immer ordentlich Stoff; das mache ich nicht mit und fahre meinen Rhythmus konstant durch, mit dem Ergebnis, sich immer Meter einzuhandeln und sie später wieder zufahren zu müssen, meistens bergab. Zu dritt nehmen wir den Hohlweg in Angriff, zu zweit kommen wir unten auf dem Höhenweg heraus. Vier-Meter-Mann Phillip muss hier reißen lassen, vermutlich ist er an dem einen ollen Baum hängengeblieben. Fahrer Sölter gibt an jedem Anstieg stets so viel Gas, dass er immer Lücken zu mir reißt, die ich entweder erst am Gipfel des jeweiligen Anstiegs oder vor allem bergab kompensieren kann. Dazwischen verbottelt mich freilich meine holde Modder. Gegen Ende der zweiten Runde habe ich wieder einen gewissen Abstand zu Marcus Sölter, den ich auf der Koppelabfahrt wettmachen kann. Natürlich handle ich mir denselben Rückstand erneut ein, als es hoch zum Ziel geht. Irgendwie nervt das langsam.

Runde drei beginnt. Fahrer Sölter enteilt mir im Schösserholz von Neuem, nachdem ich beinahe dran bin. Cheise. Konstante Fahrweise ist das nicht wirklich. Und ja, ich fahre in der Abfahrt nach Altenhain – natürlich – wieder an ihn heran. Schön ist, dass er dieses Mal den Folgeanstieg nicht ganz so reinknallt und ich mir keinen nennenswerten Rückstand mehr einhandle. Mein Gefühl und auch Onkel Garmin sagen mir, dass ich jetzt etwas höher drehe als in Runde zwei. Sehr schön. Hohl- und Höhenweg meistern wir zu zweit, den Hammergrund hinauf ebenso. Hier bekommt Marcus jetzt aber Probleme, dranzubleiben. Eine Energiekrise offenbart sich. Dieses Mal zum Glück nicht bei mir. Ich fahre ihm jetzt sukzessive weg, lasse mich von meiner Botter vermoddeln, riskiere in der Abfahrt nicht zu viel, fliege bergauf wegen brachialem Traktionsverlust beinahe auf die Schnauze, weil es zunehmend glitschiger wird, und kann wider Erwarten brauchbares Tempo den langen Schotteranstieg Richtung Adelsbergturm gehen. Die Folgeabfahrt mache ich erneut sachte, weil glitschig, und gelange zu dem besch… Gegenwindanstieg, wo der Dame, die dort seit Stunden den Weg weist, die Ladung des Akkus ihrer mobilen Soundanlage vermutlich gegen null gegangen ist, da kein Ton mehr rauskommt. Aber brüllen kann sie immer noch recht laut. Koppelabfahrt, Feldweg und Schlussanstieg bringe ich einigermaßen zügig und sturzfrei hinter mich und komme als Vierter ins Ziel. Wie so oft die Holzmedaille, aber heute war nicht viel mehr drin im Gegensatz zum DTM, deswegen hält sich die schlechte Laune in Grenzen. Der Abstand nach ganz vorne ist groß, der Abstand auf P3 hält sich in Grenzen. Fahrrad samt Fahrer sehen im Ziel aus wie ein bissl dreckig, leider ist die Schlange am wohl einzigen Kärcher dementsprechend lang, sodass ich aufgrund der Kälte und als prädestinierte Frostbeule darauf verzichte, mich anzustellen. Stattdessen rolle ich die Beine auf dem Weg nach Hause zu den Ellis aus, gehe warm (!) duschen, lasse mein verdrecktes Rad dort stehen und fahre samt Eltern wieder zurück zur Siegerehrung, die ich pünktlich erreiche und die von einer unfassbar großen Frau durchgeführt wird. Zeit für einen Imbiss am üppigen Buffet bleibt auch noch.

Off-Season. Wie jedes Jahr betreibe ich nun Höhlenforschung, ohne Kenntnis davon, wann ich wieder hervorkrieche. Mal sehen, da in diesem Winterhalbjahr privat eine ganze Menge Dinge erledigt werden wollen und müssen.

Ergebnisse: hier


De Modder beim Verbotteln des Sohnes
(c) by Vadder

Der Sohn der Modder verdreckt im Ziel
(c) by Vadder

Guido empfängt Präsent von einer unfassbar großen Frau
(c) by Vadder

Klein-Guido zwischen lauter großen Männern
(c) by Vadder

24. Drei-Talsperren-Marathon in Eibenstock am 21.09.19

Die Nachlese zum DTM in Eierstock fällt recht kurz aus, da ich erst jetzt zum Schreiben komme.

Das Wetter passt. Kalt ist es zwar, was mir aber eher entgegenkommt als 20 Grad plus X. Die Beinchen werden dennoch mit wärmender Latschenkiefer einbalsamiert.

9.30 Uhr geht’s scharf. Wie immer entzerrt sich das Feld bereits am ersten langen Schotteranstieg, übrig bleiben acht Heizer, von denen zwei ab und an nach vorne rausfahren, einer davon mit Crossrad. Ich bleibe stoisch sitzen, obwohl die Beinchen heute angenehm frisch sind und ich motivierter bin als sonst. Das Loch fahren andere zu, ich vergeude nicht unnötige Körner. Das ändert sich dann allerdings an der Bergwertung. Ich bin zunächst überrascht, auf einmal mit etwas Abstand ganz vorne zu sein. Okay, so einen Präsentkorb kann man schon mal mitnehmen, wenn er einem so auf dem Präsentierteller serviert wird. Denn für die Podiumsplatzierungen gibt es quasi nichts außer Wimpel, Plaketten und Urkunden. Das Thema bemängle ich schon seit Jahren, und für mittlerweile 40 EUR Startgebühr, weil der Early-Bird-Meldezeitpunkt viel zu früh verstrichen ist, muss man sich wirklich überlegen, nicht zuhause zu bleiben. Aus ähnlichen Gründen meide ich auch den GBM, weil ich dort auch keine 40 EUR zahlen möchte. Kritikschalter aus.
Das mit dem Präsentierteller scheint sich auch Teamkollege Mike Baumann zu denken, der noch mehr investiert als ich, um sich den Korb zu schnappen. Ich gehe mal wieder leer aus, verpulvere umsonst eine Menge Körner.

Die Abfahrt vom Col de Auers lassen wir es ruhig angehen und den Rest der Gruppe wieder aufschließen. Den zweiten Anstieg hinauf zum Col de Auers dezimiert sich unser Grüppchen um eine Person in Form des Inversionswetterlagen-Phänomens Phillip Kohl, im Tal sind wir nämlich bloß noch zu siebt, darunter Kollege MB, Fahrer Sölter, zwei mir völlig unbekannte alte Herren, zwei mir kaum bekannte etwas jüngere Fahrer und ich selbst. Im Grupetto legen wir eine ganze Menge Kilometer zurück, bis wir an den Abzweig zur Runde drei gelangen. Dort verbottelt mich und auch Kollegen MB mein – neuer und höherer – Campingtisch aufs Allerfeinste. Die Lücke, die wir uns einhandeln, fahren wir zu zweit wieder zu, „begünstigt“ durch einen Rettungseinsatz auf der Talstraße. Da werden zwei Fahrer abtransportiert, die sich vorher irgendwo weggeschmissen zu haben scheinen. Kein schönes Bild. Nun folgt der nächste Scharfrichter, ein giftiger Anstieg im Wald, den ich jedes Mal verfluche, zumindest wenn die Beine nicht mehr gut sind. Dank der vermaledeiten Bergwertung sind sie das auch nicht mehr, und ich muss vier Fahrer vor mir ziehen lassen. Zwei weitere müssen mich ziehen lassen. Ich benötige einige Minuten, um mich im Geschlängel der Schotter- und Asphaltwege wieder an das Quartett heranzudrücken. Zugute kommen mir dabei eine etwas dickere Übersetzung und ein etwas windschnittigeres Rad als sonst. Am Col de Wauwau kopple ich erneut ab, dieses Mal aber auch Teamkollege MB, dem die Bergwertung scheinbar noch mehr in den Knochen hängt als mir. Der Versuch, sich abermals heranzudrücken, scheitert nun aber kläglich. Das liegt vorwiegend an mir, jedoch auch an zwei 30-Kilometer-Fahrerinnen, die konsequent trotz Ansage die Ideallinie blockieren und nicht rüberfahren möchten. Bremsen und nicht ganz ungefährliches Ausweichen sind angesagt, Schimpfwortkanonaden seitens der Damen folgen, bei einer schimpfe ich sogar zurück, obwohl ich immer lieb bin. Meistens. Es gilt, bis ins Ziel Vorsicht walten zu lassen, um weiteren „geladenen“ Damen aus dem Weg zu gehen. Und warum einige Fahrer auf nur 30 Kilometern mit Rucksäcken, Licht, Gepäckträgern, Fahrradständern und Schutzblechen fahren müssen, erschließt sich mir nicht wirklich, kann aber durchaus gefährlich werden. Auch für andere.

Den Zielanstieg überlebe ich auch irgendwie und komme als Vierter der Gesamtwertung ins Ziel. Der Abstand hält sich in Grenzen, weil kein Übermensch dabei war. Die beiden alten Herren vor mir, die ich nicht kenne und von denen sogar einer gewinnt (Fahrer Steinmetz), sind jeweils ein Jahr jünger als ich. Das zeigt mal wieder, dass ich wirklich alt bin und dass wir zumindest im Langstreckenbereich in Sachsen ein Nachwuchsproblem haben, wenn sich hier – mit wenigen Ausnahmen wie MB und Vier-Meter-Mann Phillip Kohl – fast nur alte Säcke in die Fresse hauen. Oder liegt es am zu hohen Startgeld?

Zwischen Zieleinfahrt und Siegerehrung werden knapp drei Stunden anberaumt. Das geht gar nicht, demzufolge, und weil mein Vadder runden Geburtstag hat, düse ich nicht viel später nach Zieleinlauf und Ausrollen ab nach Hause zum Feiern. Die Laune ist allerdings nicht so toll, weil ich mir ein besseres Resultat durch meine eigene Dummheit vermasselt habe.

Ergebnisse: hier.

Bilder: gibt’s keine kostenlosen dieses Mal.