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Sonntag, 9. Mai 2010

Wehlaberg-Bike-Marathon am 09.05.2010

Es war mein erster MTB-Marathon in Brandenburg, glaube ich. Er stand bis Freitag auf der Kippe, weil ich mich nicht entscheiden konnte, ob ich den Harzer Bergpreis oder den Marathon fahren sollte. Die Münze entschied das mit 3:2 zu Gunsten des Marathons. Es sollte sich auszahlen. Mit dabei heute als Beifahrer nach Köthen: Bastian Wauschkuhn vom TBR-Racing-Team. Ein Lob schon mal hier. Er ist ruhig, schnarcht nicht, pupst nicht und tritt mir das Bodenblech nicht durch, wenn Mando Diao im Radio gespielt wird. Und er wiegt keine 127 Kilo, was natürlich den Verbrauch deutlich senkt. Auf der Autobahn war heute in beiden Richtungen nicht viel los, so dass wir sehr pünktlich vor Ort und auch wieder zu Hause waren, ohne zu rasen. Da kann man auch mal unter 8 Litern bleiben, wenn man mit 160-170 dahingleitet. Eine völlig neue Erfahrung.
Die Anmeldung verlief unspektakulär, nur das Ambiente – eine umfunktionierte Bushaltestelle – schien gewöhnungsbedürftig. Dort wimmelte es von Mücken. Grauenhaft. Der Winter war offensichtlich nicht hart genug.
Am Start selber standen 140 Biker und Crosser, doch zwei fehlten: Thomas Schröder und Ronald Oehme. Obwohl beide auch pünktlich in Köthen ankamen, waren sie doch rund 200 km entfernt. Leider steuerte Thomas das falsche Köthen in Sachsen-Anhalt an und rief Kumpel Rico Lasseck an, wo denn hier alle wären. Thomas, das nächste Mal die Postleitzahl ins Navi meißeln!
Vom Start weg wurde ordentlich Gas gegeben, nicht zu vergleichen mit Wildenbörten vor einer Woche. Gleich nach Rennfreigabe versuchte Fahrer Samuel Fahrun abzuhauen. Doch er kam nicht weg. Leider hatte Bastian nach ca. 7 km einen Schleicher am Tubeless-Hinterrad, musste alsbald vom Bock und 12(!) Minuten auf Hilfe warten, weil der Platten nur mit einem Schlauch repariert werden konnte. Anschließend durfte er die ganze Meute noch mal überholen. Schon wieder Pech für den Drücker. Die Strecke an sich war eine reine Sandpiste mitten durch Kiefernwälder mit ein paar kleineren giftigen Wellen und einem brutalen Anstieg. Geologe Bastian deutete diese Erhebung als Endmoräne. Für die meisten war es aber nur eine Scheißmoräne. Mit 28 Zähnen vorn und 36 hinten ging es in Runde 1 aber noch ganz gut da hoch. Ende der ersten von zwei 25-Kilometer-Runden hatte sich schließlich eine neunköpfige Spitzengruppe formiert, die gutes Tempo machte. Mitte der zweiten Runde forcierten die Spitzenleute an den Wellen das Tempo und ließen unsere Gruppe auf sechs Mann schrumpfen. Auf dem eklig tiefen Sandboden hatte ich ganz schön zu kämpfen, sowohl Traktion als auch den Anschluss nicht zu verlieren. Die besten Beine hatte ich heute nicht, aber ich quälte mich und blieb dran. Zu sechst erklommen wir nun den Scharfrichter zum Wehlaberg (Scheißmoräne). Samuel Fahrun hatte schon einen Kilometer vorher attackiert und fuhr ca. 50 m vor uns in den Berg, ein weiterer Fahrer kurz dahinter. Bergauf kam ich aber wieder zwingend an die Ausreißer ran und schloss nach einer Downhill- und Singletrailpassage mit Laufeinlage wieder zu den Beiden auf, die sogleich wieder attackierten. Abschütteln konnten sie mich aber trotz beginnender Krämpfe nicht. Im Schlepptau hatte ich nur noch Nico Wehrstedt, danach war keiner mehr in Sicht. So ging es in hohem Tempo zu viert auf die ausnahmsweise sandfreie Zielgerade. Ich fuhr an letzter Position, als Nico Wehrstedt Vollgas gab. Ich blieb an seinem Hinterrad, überholte den Führenden, fuhr neben Samuel Fahrun in eine bekloppte Linkskurve, in der er natürlich voll nach links zog und zumachte. Ich stieg hier mal lieber in die Eisen, um mich nicht neu zu tapezieren und stellte mein Hinterrad schön quer, und aus war der Traum vom Sieg. Mit Platz 3 konnte ich zumindest die Masterswertung mit 4 s Vorsprung noch gewinnen, für die es 30 EUR gab – allerdings erst nach Veto, da man mich bei der Siegerehrung erstmal vergaß.
Nach dem Rennen gab’s für das Startgeld noch eine schöne Dusche, anschließend Salat mit Dressing, Nudeln, Tee und ein Isogetränk. Ein kleiner, aber feiner Marathon mit Potential. Vielen Dank an Isa und Rico für die Pics! Es grüßt der Güdö.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Und endlich was neues anzuziehen!
Gut so.

Anonym hat gesagt…

Haste fein gemacht..
Gruß Ande von de F.A.S.T.ler