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Samstag, 15. Oktober 2011

News from the Kur, Teil 5

Nun denn, die Menopause scheint vorbei zu sein, denn es stehen wieder Betten vor den Zimmern … Zeit für den Wochenblog.
Letztes Wochenende war eher bescheidenes Wetter, also ging’s nur kurz aufs Rad und danach mit meinen beiden Blondinen nach Uelzen in zwei Spielwarenläden, auf den Hundertwasser-Bahnhof und in ein China-Schnell-Restaurant. Letzteres war wider Erwarten sehr zum Verweilen geeignet, da das Essen bestens schmeckte, es schön warm war und es draußen kübelte wie bekloppt. Im Hundertwasser-Bahnhof dagegen lief gerade eine Verfolgungsjagd. Der Kriminelle rannte mit drei Bierflaschen an mir vorbei und rief: „Scheiß Bullen.“ Die beiden „Bullen“ verfolgten ihn im Laufschritt. Sonst war’s eher unspektakulär. Abends probierten wir dann das gekaufte Spiel – Tabu hieß es – aus. Eher nix für mich, weil man da Begriffe erraten muss, ohne bestimmte Wörter zur Verfügung zu haben. Das gipfelte darin, dass ich den Begriff „Wunderlampe“ erklären musste, ohne die Worte Flaschengeist, Aladin, 1001 Nacht, Mr. Propper, Orient usw. verwenden zu dürfen. Wie erklärt man das? Nun ja, ich sagte: „Wenn man dran rubbelt, kommt was Großes raus.“ Cheise war’s, merkte ich alsbald. Nachdem das höllische Gelächter der fünf anwesenden SUDDJADs verebbt war, bekam ich dennoch keinen Punkt, da der Begriff NICHT erraten wurde. Wie soll ich das denn noch erklären, Mensch? Wieder mal ins Fettnäpfchen getreten.
Unterdessen hatten wir auch wieder Gruppentherapie. Eine Sitzung, die ich gar nicht leiden kann, weil’s dort eher deprimierend zugeht. Ich lockere die Therapie manchmal etwas auf und verarsche den Therapeuten, wenn er mich verarscht. Neulich bekam ich sogar Lob von den SUDFJADs in unserer Gruppe wegen meiner lockeren Art während der Therapie; die Eine (die Milchdrüsen-SUDFJAD) fand das so knuffig, dass sie mich knuffte, weil ich es ihr erlaubte. Die knufft mich sehr gerne, dünkt mich. Heute schon wieder.
Beim Plantschen im Pool (Kampfschwimmen) unter der Woche blieb ich noch eine Weile länger im Wasser, als es mein Stundenplan vorsah, also quasi illegal. Ich nahm noch an der Wasser-Rückenschule teil. Es waren dann ca. 25 SUDFJADs und einige SUDDJADs nebst einem Burni, also eine richtige SUDFJAD-Suppe. Wir bekamen jeder einen kurzen Besenstiel und ein stramm sitzendes Schaumgummidingsbums, was man auf den Stiel aufstecken musste. Wir sollten damit Übungen für den Oberkörper nach Anleitung machen. Das Schaumgummidingsbums erschwerte natürlich die ganze Sache wegen des Auftriebs. Irgendwann sollten wir damit auch das Angeln simulieren, besser gesagt, das Auswerfen der Rute. Ausgerechnet mein Schaumgummiteil saß recht locker auf dem Stiel. Ich warf die Rute und flutsch, flog das Schaumgummiding durch die 20-Meter-Halle einer SUDFJAD mitten auf ihre zwei Sturmbojen. Das Gelächter war sehr groß, doch mir war das Ganze sehr peinlich und ich fiel mal wieder negativ auf. Auch der Spochtlehrer meinte: „Aha, Sie schon wieder!“ Ich ließ mir anschließend einen neuen Stiel geben, auf dem das Teil besser saß. Kurz darauf mussten wir mit dem Schaumgummiteil unter Wasser ein Stampfen simulieren. Fragt mich nicht, wozu das gut ist, aber ich tat es. Wie gesagt, Gruppenzwang. Der Auftrieb von dem Teil war allerdings so enorm, dass mir der Besenstiel zwischen die Beine wanderte, mich Leichtgewicht aushob und eine Rolle im Wasser machen ließ. Ergebnis: Kopf unter Wasser, Beine oberhalb des Wassers, Stiel zwischen den Beinen. Das Gelächter war schon wieder groß. Ich mache das nicht absichtlich, im Gegenteil. Ich versuche, mich stets zusammenzureißen und nicht aufzufallen, doch irgendwie ziehen mich solche Missgeschicke an. Cheise ist das.
Am nächsten Tag kurz vorm Ende des Abendbrots kam eine dicke SUDFJAD mit ihrem Rollator vorbeigerollert und schien direkt an unserem Tisch die Trainingshosen zu verlieren, weil sie sich die Teile auf einmal schlagartig nach oben zog und rumfluchte. Ich fragte meine Tisch-SUDFJADs, ob die sich jetzt tatsächlich die Hosen hochgezogen hat und in Schlüppies (= Zelte) hierstand. Die fingen auf einmal fürchterlich an zu lachen. „Nee, die hat sich nur die Hosen zurechtgerückt, weil die beim Essen hochgerutscht sind.“ Mann oh Mann, eine Dicke in Schlüppies wäre beim Essen das Letzte gewesen. Zum Dank an meine Fehldeutung lag dann auch gleich wieder ein Zettel vom Arzt im Briefkasten, ich solle doch am folgenden Tag frühs, mittags und abends zur Blutdruck- und Pulskontrolle kommen. Das k… mich echt an, zumal ich da häufig Panik schiebe bei so was. Die delegieren mich auf meine letzten beiden Tage bestimmt doch noch in die Herzklinik nach Bad Bevensen. Der ganze Kuraufenthalt war geprägt von der Angst, einen Herzfehler zu haben, der daheim noch nie diagnostiziert wurde, und kurz vor der Abreise noch das. Ich sagte ja bereits, dass teilweise Truppenteile von Patienten von hier in die nahegelegene Herzklinik transportiert und untersucht werden. Da fließen sicher Gelder zwischen beiden Häusern … Die Kur war eigentlich völlig für den Arsch und hat die Sache nicht verbessert, im Gegenteil … Wenn also jemand zur Burni- oder Panikattackenkur nach Bad Bodenteich muss, Vorsicht! Man kommt hier als Gesunder an und geht u. U. als Schwerkranker. So in dieser Art beschwerte ich mich am folgenden Tag bei meinem Therapeuten, und siehe da, es geht doch. Er setzte das Blutdruckmessen und weitere durchaus mögliche Untersuchungen ab, nachdem ich ihm nochmals erklärte, Leistungssport zu betreiben.
Mein Abschlussgespräch dagegen führte ich übrigens mit einem bulgarischen Arzt und nicht mit meinem eigentlichen medizinischen Betreuer. Ich hatte mit dem Bulgaren noch nie ein Wort gewechselt. Und dann ist er auch noch Gynäkologe. Ich hatte seit über 36 Jahren keine Probleme mehr mit meinen Eierstöcken oder der Gebärmodder, und jetzt führe ich ein Abschlussgespräch mit einem Frauenarzt, der kaum Deutsch versteht? Was für ein Schwachsinn. Wenn ich sage, dass ich mit der Art und Weise, wie hier „therapiert“ wird, nicht einverstanden bin, schabt der mich zum Dank noch aus. Großartig. Na ja, ich habe mir mal vorsichtshalber den Hintern rasiert für alle Fälle …
Am Vorabend spielte ich zur Abwechslung wieder mal Badminton mit meinen zwei Lieblingsblondinen. Dumm nur, wenn ein Tischtennisball die Flugbahn meines Federballs kreuzt, der sehr dicke Tischtennisspieler dem Tischtennisball hinterhergeht, in die Schlagbahn meines Talbot-Badmintonschlägers gerät, mit dem ich gerade ganz fürchterlich aushole, um den Federball zu treffen, den Schlag voll durchziehe, um letztendlich nicht den Federball, sondern die Wampe des dicken Tischtennisspielers zu treffen, der zwischen Schläger und Federball gerät. Es machte fatsch, und die Halle tobte, doch dem Dicken machte der Volltreffer nix aus, im Gegenteil. Er fragte mich nur, ob mein Schläger noch ganz sei. Er war es glücklicherweise. Heute allerdings hatte der Dicke einen Abdruck vom Schläger auf seinem Bauch, sagte er mir. Die Dicken sind eigentlich ganz witzig und jammern nicht herum wie die Depris. Sie wohnen zumeist im Erdgeschoss, damit die Gebäudestatik nicht beeinträchtigt wird. Einer von denen hat in den letzten Wochen 70(!) Kilogramm abgenommen und wiegt jetzt nur noch lächerliche 200 Kilo. Respekt.
Was gab’s sonst noch? Ach ja, gestern wurde endlich nach drei Wochen meine Bettwäsche gewechselt. Nach einer Woche war sie ja schon blutig vom Arm. Besten Dank, denn ich hatte schon nicht mehr damit gerechnet! Dann ist unser Tischkroate vorzeitig entlassen worden. Man hat ENDLICH gemerkt, dass es die völlig falsche Therapieeinrichtung ist für jemanden, der im Balkankrieg einen Bauch- und einen Beinschuss erhielt, viele schlimme Erinnerungen in sich trägt, traumatisiert ist und nicht gut Deutsch spricht. Seine letzten Worte waren so in etwa: „Alle Frauen scheiße sehen aus hier. Die sind so dick und dreckig, die brauchen eine Flex zum Zähneputzen.“ Wenn das schon ein Kroate sagt, auweia. Jedenfalls bin ich für ihn bei der progressiven Muskelentspannungstherapie eingetreten; die war toll, bis der Schlagbohrer nebenan wegen des Wasserrohrbruchs einsetzte und mich aus den Träumen riss. Außerdem pennte eine SUDFJAD ein und schnarchte. Ja, auch Frauen schnarchen. Die sind alle so müde hier, das geht gar nicht.
Und da ich jetzt auch müde bin und in wenigen Stunden mit zwei Blondinen nach Lüneburg oder Celle fahren werde, sage ich mal schnell tschüss bis demnächst. Euer Burni.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Du bist zu leicht für die Schaumgummidingsbums!

EdFk hat gesagt…

Danke für die tolle Samstag-Abend-Unterhaltung. Gegen Deinen Blog kann die Fernsehkiste nicht konkurrieren.
Eine gute Heimfahrt wünscht
EdFk

Robert hat gesagt…

Dein Blog trifft den Nagel auf den Kopf was unser Gesundheitssystem und die ständigen Querelen mit den Krankenkassen anbelangt. Da weiss man wo das Geld u.a. bleibt und vor allem zumeist völlig falsch eingesetzt zu sein scheint. Na dann hoffen wir das du jetzt den Burn-out besiegt, aber nicht gleichzeitig gegen Depressionen oder andere Krankheiten eingetauscht hast. Ansonsten war es wie immer sehr Unterhaltsam ;-)

Gab es jetzt in Stube 13 noch Neuerungen? Hat sich was mit der blonden SUDDJAD ergeben?

Guido hat gesagt…

Der Robert ist sehr neuierig :-) Vielen Dank für die Wünsche. Ja, nie wieder "Kur", es sei denn, es handelt sich um die richtige Einrichtung. Was die blonde SUDDJAD angeht: kein Kommentar ;-) Der letzte 6. Teil folgt demnächst.