Unser ausgeklügeltes Wechselsystem, was wir in der Vorwoche bei Teamchef Mario H. zu Hause beim Grillen auskasperten, als auch die Verantwortlichkeiten bei der Organisation des 24-Stunden-Rennens, fanden am Wochenende schon wieder Anwendung beim alljährlichen Rundenfressen am Lake Overravenstone: dem Heavy24.
Die Einsatzzeiten-Balkendiagramme unserer Fahrer sahen gefährlich nach Mathematik aus, doch eigentlich waren sie harmlos und stellten nur grafisch dar, wer zu welcher Zeit die Runden um den Stausee drehen sollte. Wichtig war nur, dass mindestens vier Fahrer gleichzeitig vor Ort waren. Meine „Schicht“ begann um Mitternacht zur Geisterstunde und sollte mittags nach zwölf Stunden beendet sein. Ich fuhr aufgrund meiner guten Nachtzeiten der letzten Jahre im Dunkeln. Das macht mir nix aus, denn ich habe den „Röntgenblick“. Des Weiteren hatten wir zwei Gastfahrer verpflichtet, die ich selbst noch gar nicht kannte bzw. beim Grillen kennenlernte. Es handelte sich um Jan Leuschner und Uwe Bleimeier, zwei Athleten wie aus dem Bilderbuch, Marathon-Läufer, MTB-Rennen usw. Beide waren für den Samstag von 12 bis 24 Uhr eingeteilt, dazu kamen Eichi und Sascha N., Siegbert und Rico W. sowie Mario H. und der Dönerverkäufer himself.
Nach meiner Ankunft um 22 Uhr verstaute ich mein Hab und Gut in aller Ruhe im Zelt und in Ricos fast funkelnagelneuem Fiat Ducato 2.5 D. Beim Verstauen meiner Laufräder im Transporter meinte Marco, unser Mechaniker, zu mir, ich solle auf den Hund aufpassen, der dort liegt. Welcher Hund? Und tatsächlich schauten mich von unten zwei kleine Kulleraugen betend an, ihn doch bitte zu verschonen und hier schlafen zu lassen. Ohne die Warnung wäre ich voll auf ihn draufgetreten. Es war übrigens Eddi, ein kleiner Mops und der Hund von Marco. Eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Marco und seinem Hund ließ sich nicht verleugnen, und auch die Gefräßigkeit schien der eine vom anderen übertragen bekommen zu haben. Mehr dazu später.
Mario, unser Teamkapitän, der außerordentlich pünktlich eine gute halbe Stunde vor seiner Schicht erschien, fing gleich an, Kuchen zu essen; der ausgeklügelte Ernährungsplan interessierte ihn nicht die Bohne. Er fing halt gleich mit Zucker an. Gut, dass Rico W. wieder für die Deponierung unserer Notdurft verantwortlich zeichnete und uns ein eigenes Dixiklo besorgt hatte. So hätte Mario im Falle eines Falles schon vor dem Rennen mal eben würschteln können. Super Sache, so ein Klo, und vor allem sauber und selten besetzt.
Was in den ersten zwölf Stunden geschah, kann ich aufgrund meines Nichtvorhandenseins nur erahnen. Nur soviel, wir hatten scheinbar ein, zwei kleinere Stürze und schoben uns nachmittags von Platz 4 auf 3 vor. Und irgendjemand wurde vom Team Stein-Bikes umrundet. Wenn ich den erwische, dann … Abgesehen von ein paar Schauern war das Wetter soweit okay. Mehr dazu im Bericht von Sascha N.
Nach dem Warmfahren auf der Rolle fing ich kurz vor Mitternacht mit einer mittleren 17er Runde im stockdusteren Wald an. Im Laufe der Nacht konnte ich etwas schneller werden, zu schnell für manche Nichteinheimische. Ich quetschte mich nämlich kurz vor der schnellen Linkskurve nach der Bergabpassage und dem Wurzelstück Richtung Bergaufschlammstück, das zäh wie Kaugummi war, an einem Bayern vorbei. In seinem Akzent gab er mir zu verstehen, dass ich total bescheuert und ein blödes Arschloch sei. Ich antwortete ihm höflich in meinem Akzent, er solle seine dumme Schnauze halten. Ein freundliches Miteinander im Rabensteiner Forest des Nachts um 2 Uhr.
Gegen 3 Uhr konnten wir dann bis auf 30 s an unsere direkten Konkurrenten vom Team Bikestore-Commerzbank heranfahren. Unserem würdigen Teamchef Mario oblag es dann, nach meinem Wechsel auf ihn in der Folgerunde das bis dato zweitplatzierte Team zu überholen, uns auf Rang 2 zu katapultieren und noch 30 s Vorsprung herauszufahren. Darauf war unser Dickerchen sehr stolz. Zu Recht. Er machte seinen Job gar nicht mal schlecht.
Ich selbst hatte soliden Druck auf der Kurbel, doch schien zu so früher Stunde jemand auf den langen Geraden noch mehr Power zu haben, als doch tatsächlich in einer gewissen Entfernung hinter mir ein Frontlicht immer näher kam. Der Typ war saustark. Ich gab noch mehr Gas und der Puls ging auf 185 auf der Geraden, der Mensch kam aber trotzdem näher. „Das kann doch nicht sein, was hat denn der gegessen?“, fragte ich mich immer wieder. Ich war noch recht frisch und stand gut im Futter, doch der schien ordentlich drauf zu haben. Ich gaste mit dickem Gang wie ein Wahni an anderen Bikern vorbei, doch ich wurde den Außerirdischen einfach nicht los. Na ja, lange Rede, kurzer Sinn: Es handelte sich letztlich um das Streckenmotorrad, weil ich auf einmal Motorgeräusche hinter mir hörte. Toll, schön in die Fresse gehauen nachts um halb Vier, aber eine topp Rundenzeit im Dunkeln in den Schotter gemeißelt. Danke, liebes Motorrad!
Meine drei Teamkollegen und ich konnten in den folgenden drei Stunden konstante Rundenzeiten ohne Pleiten, Pech und Pannen in den Wald zaubern. Unser Vorsprung wuchs auf ca. 3 min an.
Um 6 Uhr begann für die kommenden drei Stunden die 2. Schicht für Eichi und Sascha N., die einigermaßen erholt auch wieder 17er Zeiten fahren konnten. Für Rico W. und Siegbert standen nun drei Stunden Pause auf dem Plan bis um 9 Uhr. Chef Mario und ich durften ja durchfahren bis zum Ende.
In der Zwischenzeit wurde Mops Eddi aktiv und auch sehr hungrig. Während Herrchen Marco im Campingstuhl schlummerte, klaute uns der Mops doch tatsächlich eine große Colaflasche und versuchte sie, am Verschluss aufzubeißen, was misslang. Dennoch hinterließ er deutliche Spuren. Übrigens trank JD, also Jens Dessau, unser Einzelfahrer, nach Rennschluss genau aus dieser angeknabberten Colaflasche. Ich warnte ihn vorher, doch ihm war alles völlig egal, auch der Speichel eines verfressenen Mops’. Anschließend versuchte Eddi, den gedeckten Tisch zu erklimmen, weil er meinen Reis mit Hühnchen roch (diesmal übrigens nicht verschüttet). Er schaute mich bettelnd an, doch ich gab ihm nichts. Alles dem Onkel Guido seins. Er stieg herab vom Tisch und fing an, Siegberts Radschuhe zu essen. Die schienen ein wenig nach Wurst zu riechen. Doch die aufmerksame Isa merkte dies alsbald und entriss sie ihm kurz vorm Verdauungsprozess. Mensch, Marco, was hast du bloß mit deinem Hund angestellt? Dermaßen verfressen, der Kleine, und den Unterschied zwischen Sidi und Chappi scheint er auch nicht zu kennen.
Gegen 8 Uhr stießen wieder der ausgeschlafene Jan L. und etwas später Uwe B. zu uns. Wir waren das erste Mal komplett in Bataillonsstärke angetreten, mussten aber mit Entsetzen feststellen, dass das Team Bikestore-Commerzbank pro Runde 30 s aufholte und nur noch 3 min hinter uns lag - ein Hühnerfurz bei bis dato 21 Stunden Renndauer. Wir mussten schnellstens handeln. Während ich meine Runde drehte, delegierte Siegbert unseren Käpt’n Mario und alle Fahrer, die zu diesem Zeitpunkt aus Alters- und Gewichtsgründen keine 17er Zeiten mehr fahren konnten, ab. Da hatte ich ja noch mal Schwein, dass ich gerade recht zügig unterwegs war und die 16er Rundenzeit sehr knapp verfehlte. Dennoch musste ich mir Schelte anhören, nicht unter 17 min gefahren zu sein. Sorry, Jungs. Die aus dem Kader gestrichenen Fahrer wurden übrigens nicht in den Gulag geschickt, wirklich nicht. Ex-Teamchef Mario war über diese drastische Maßnahme nicht unglücklich und konnte ab sofort stressfrei und nach Belieben Nahrung zu sich nehmen und uns mit Scherzen und Stories aus besseren Zeiten bei Laune halten.
Um 9 Uhr gingen wieder Uwe B., Jan L. und unser Siegbert erholt auf die Strecke und glänzten mit niedrigen und mittleren 17er Rundenzeiten. Weitere im Einsatz befindliche Fahrer zu diesem Zeitpunkt waren noch Graf Unheilig (Eichi), Rico W. und der Burni. Alle kamen wir ohne Pannen durch und konnten unseren Abstand zum Team Bikestore-Commerzbank auf durchschnittlich 5 min ausbauen und einigermaßen konstant halten. Eine Panne hätten wir uns aber nicht leisten können.
In den letzten beiden Stunden gab es ein paar stärkere Regenschauer, und ich durfte ausgerechnet während dieser Zeit fahren. Aber es ging trotz Rutschgefahr sehr gut. Eine Schrecksekunde gab es noch, als ich mich am Stausee kurz nach der Wurzelpassage an Lutz Hofmann (LuHo) vom Vierer des Teams Stein-Bike vorbeiquetschte. Ich kündigte an, links zu kommen, doch er konnte mich leider nicht verstehen. Vermutlich hielt er Ausschau nach FKK-Besuchern direkt links vom Zaun. Ich sah übrigens keine. Knapp war’s jedenfalls, aber es ging gut, und wir diskutierten das im Ziel freundschaftlich aus. Wäre er aus Bayern gewesen, wären sicherlich die Fäuste geflogen … Meistens ging es aber auf der Strecke außerordentlich kameradschaftlich zu.
Inzwischen war unser Zelt von Blondinen überfüllt. Es waren die Spielerfrauen, sorry, Bikerfreundinnen fast jedes Fahrers angetreten; ich kam kaum noch zu meiner Nahrungskiste durch. Glücklicherweise hatte Eddi, der hungrige Mops, diesen noch nicht entdeckt. Da es immer enger wurde, war ich ganz froh, nochmals raus in die raue Wildnis zu müssen, um die letzte Runde in den Schotter zu pressen. Natürlich regnete es vorher wieder. Um nicht Herzkammerflimmern oder Panikattacken zu bekommen, wenn mein Reifen kaputt geht oder mein Pedal in der letzten Runde abfällt, gab ich noch mal Gas, um ggf. Zeit für eine Reifenreparatur, einen kurzen Fußmarsch ins Ziel oder einen Quickie von max. 6 min zu haben. Es lief alles glatt bis auf die Zieleinfahrt. Ich klatschte meine Teamkollegen ab, doch achtete nicht auf den Stau, der sich vor mir gebildet hatte. Um ein Haar hätte ich die erste Panne in den 24 Stunden gehabt … Nun ja, am Ende Platz 2 für uns und Platz 6(!) für JD bei den Einzelstartern. Wahnsinn, der Typ. Je oller, umso doller. Über 450 km am Stück auf dem MTB sind der Oberhammer. Und am nächsten Tag wieder 10 Stunden im Laden stehen. Wir Weicheier vom Achter können uns da eine Scheibe abschneiden - oder etwas Sitzfleisch. Toll gemacht, JD!
Die Siegerehrung ging schnell über die Bühne, auch wenn die Preise für ein um die Ohren gehauenes Wochenende bestenfalls symbolischen Charakter hatten. Dass man als Teilnehmer dann auch noch 5 EUR Parkgebühr löhnen muss, macht das Ganze nicht attraktiver, im Gegenteil. Vielleicht gibt es nächstes Jahr dort ein paar Fortschritte …
Sicherlich spreche ich im Namen des gesamten Teams unseren drei Dauerversorgern Tilo, Isa und Marco ein ganz großes Dankeschön aus. Die drei sind rotiert ohne Ende und hatten immer ein Lächeln im Gesicht und Marco eine Brille. Genial und besten Dank!!!
Dieses Jahr machte es mir deutlich mehr Spaß als 2010. Das lag nicht nur an meinen nicht vorhandenen Blessuren vom nicht gefahrenen Kriterium in Burgstädt, bei dem ich nicht gestürzt bin und mir nicht auf den Schädel gehauen wurde, sondern auch an den Jungs vom Team, unserer Taktik und an Eddi, dem hungrigen Mops.
Ach ja, ein paar Bilder, geschossen von Isa, gibt's hier. Ein von Siegbert gedrehtes Video hier, die Ergebnisse hier und die Rundenzeiten hier.
Vielleicht sehen wir uns nächstes Jahr wieder. Bis dahin, Spocht frei!
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Dienstag, 21. Juni 2011
Mittwoch, 1. Juni 2011
Erzgebirgsradrennen Markersbach am 29.05.2011
Das 13. Erzgebirgsradrennen in Markersbach sollte mal wieder unter keinem so guten Stern stehen für den Dönerverkäufer. Ich war zwar diesmal schön pünktlich und die Sonne lachte mir ins Gesicht, doch ich hatte schon so eine Vorahnung …
Wir fuhren nun zu fünft ca. 100 bis 200 m hinter der Spitze: Wauschi, Mütze, Lokomotive, Burni und ein weiterer Tscheche. Lokomotive machte ordentlich Druck, doch vermochten wir nicht, vorne ranzufahren. Schöne Cheise. Die anstehende Bergwertung am Col de Fichtel holte sich Patte vorm Waldmeister; wir kamen 30 s später an.
In der folgenden Abfahrt die Himmelsleiter hinab ließ ich es schön rollen, um unten gleich weiter Dampf zu machen, denn so weit weg waren die da vorne noch nicht, doch mit der Übersetzung von 42 zu 11 war ich mal wieder am Limiter. Mütze beschwerte sich bei mir, dass er auf dem Col de Fichtel keine Bleiweste anziehen konnte, denn wir verloren ihn ein wenig in der Abfahrt; er ist gar nicht mal so schwer und hat bergab richtig zu kämpfen. Wieder spannte sich Lokomotive vor den Trupp und bolzte dicke Gänge. Wir fuhren relativ zügig die nächsten Asphaltanstiege und Schotterabfahrten zusammen hoch und runter, mussten aber unseren Rücken im Auge behalten, da einige 100 m hinter uns noch der Robodoc und zwei andere Bolzer lagen. Nachdem wir den vorletzten Anstieg erklommen hatten, wippte mein Hinterrad merkwürdig nach oben und unten. Mmh, kein Zischen, kein Milchverlust, nix. Wenig später in der Rechtskurve nach der Abfahrt fuhr ich auch schon auf der Felge und musste wenig später vom Plastebock, ohne wie gesagt irgendein Milchleck zu erkennen. Ich drehte das Hinterrad ein paar mal rum und befüllte es mit der CO2-Kartusche. Jetzt hielt komischerweise die Luft. Nun weiß ich auch, woher der Begriff „Schwarzes Loch“ stammt. In dieser Phase knallte leider Robodoc mit seinen beiden Freunden an mir vorbei.
Zum Ziel waren es noch knapp drei Kilometer. So ein Mist aber auch. In dieser kurzen Zeit konnte ich nicht mehr viel ausrichten, auch wenn einer von den dreien wieder in meine Sichtweite rückte. So konnte ich relativ entspannt den Zielanstieg nehmen, aber leider nur 12. werden anstatt vielleicht 5. oder 6., wenn ich mit den Beinen von heute und dem leichten Rad im Bergsprint hätte mitmischen können. Nach drei Platten in zwei Rennen sollte nun aber mal gut sein, Mensch.
Patte gewann übrigens vor dem Waldmeister und dem Flaschenklau …
Essen, Heimfahrt, Tschüss!
PS: Die Bilder stammen von Rico L. und Siegberts Freundin Isabell. Danke!
Das Fahrerfeld war topp besetzt. Strategen wie der Waldmeister, der Flaschenklau, Patrick „Patte“ Müller, Wauschi, Rumen Voigt, Dr. O, Torsten „Mütze“ Mützlitz und nicht zuletzt Tomas Trunschka standen da eng aneinander gereiht. Nur zwei Leute standen noch vor uns: eine blau-gelbe Frau mit selbstdunkelnder Fernsichtbrille und ein gelb-blauer Mann mit langen Haaren und einer Kamera auf dem Nischel. Beim neutralisierten Start zog dieser nicht nur das Fahrerfeld hinter sich her, sondern auch eine fürchterlich nach Körperschweiß riechende Fahne. Einfach nur pfui. Gott sei Dank bog er nach 500 m rechts ab und gab somit den Start frei.
Schon am 1. Berg machte Teamkollege Siegbert ernst, zog weg und keiner hinterher. Am 2. Anstieg wurde das Tempo dann erhöht, und ich setzte mich an der 3. Stelle hinter Siegbert fest. Alle Favoriten waren vorne eingereiht, als wir am Oberbecken ankamen. In die 1. Abfahrt hinein blieb ich hinter Patte und Sascha, dessen Hinterrad ordentlich Steine hochwirbelte, die wie Meteoriten in meine Stirn einschlugen. Trotzdem ließen wir es vorsichtig angehen - zu vorsichtig für Tomas Trunschka, der von hinten vorbeigeschossen kam. Waldmeister Sascha ging sein Tempo mit, ich auch. Unten verbremste sich Sascha ein wenig, so dass ich innen direkt an Trunschkas Hinterrad fahren konnte und so eine gute Ausgangsposition für den langen Anstieg fand. Wenig später hatten sich die Favoriten in einer größeren Gruppe zusammengefunden. Am Fuße des Anstiegs ging ich nach vorne und fuhr mein Tempo hoch, bis Danny „Lokomotive“ Dittmann übernahm. Wir knallten zu neunt ganz ordentlich da hoch, und ein Blick auf meine Pulsuhr ließ mich ganz schnell wieder wegschauen. An dem Anstieg koppelten wir wohl auch Rumen Voigt ab, der nicht mehr zu sehen war. Vorbei an der Verpflegungsstation fuhren wir immer noch sehr zügig die Asphaltrampen hoch, um geschlossen am Altpöhlaer Flügel anzukommen. Patte machte vorne ordentlich Druck, ich direkt dahinter übernahm wenig später. Torsten „Mütze“ Mützlitz meinte beiläufig, Patte sei wohl in den Zaubertrank gefallen. Recht hatte er. Gut trainiert, der Patrick, und ganz schön Druck auf der Kette.
Oben ging es dann zu wie beim Kriterium: Windschatten, Attacke, Windschatten, Attacke, aber meistens volle Kanne. Besonders tat sich hier Patte hervor, der immer wieder forcierte. An der kleinen Rampe mitten im Altpöhlaer Flügel machte er dann direkt vor Wauschi liegend Ernst und gab Gas; nur der Waldmeister ging wenig später mit. Dann rappelte sich auch noch Thomas Trunschka zusammen, den wir am langen Anstieg schon beinahe abgehängt hatten, stach den beiden wie bekloppt hinterher und erreichte sie auch. Respekt. Vorne drei, hinten sechs, einer zuviel, dachte sich der Flaschenklau und attackierte aus unserer Gruppe heraus. Ich grübelte danach ein paar Minuten lang, wieso ich hier eigentlich nicht mitgegangen bin, aber vermutlich wäre ich blau angelaufen. Jedenfalls nahm man vorne aus taktischen Gründen ein wenig Tempo raus, so dass der Flaschenklau rankommen konnte.Wir fuhren nun zu fünft ca. 100 bis 200 m hinter der Spitze: Wauschi, Mütze, Lokomotive, Burni und ein weiterer Tscheche. Lokomotive machte ordentlich Druck, doch vermochten wir nicht, vorne ranzufahren. Schöne Cheise. Die anstehende Bergwertung am Col de Fichtel holte sich Patte vorm Waldmeister; wir kamen 30 s später an.
In der folgenden Abfahrt die Himmelsleiter hinab ließ ich es schön rollen, um unten gleich weiter Dampf zu machen, denn so weit weg waren die da vorne noch nicht, doch mit der Übersetzung von 42 zu 11 war ich mal wieder am Limiter. Mütze beschwerte sich bei mir, dass er auf dem Col de Fichtel keine Bleiweste anziehen konnte, denn wir verloren ihn ein wenig in der Abfahrt; er ist gar nicht mal so schwer und hat bergab richtig zu kämpfen. Wieder spannte sich Lokomotive vor den Trupp und bolzte dicke Gänge. Wir fuhren relativ zügig die nächsten Asphaltanstiege und Schotterabfahrten zusammen hoch und runter, mussten aber unseren Rücken im Auge behalten, da einige 100 m hinter uns noch der Robodoc und zwei andere Bolzer lagen. Nachdem wir den vorletzten Anstieg erklommen hatten, wippte mein Hinterrad merkwürdig nach oben und unten. Mmh, kein Zischen, kein Milchverlust, nix. Wenig später in der Rechtskurve nach der Abfahrt fuhr ich auch schon auf der Felge und musste wenig später vom Plastebock, ohne wie gesagt irgendein Milchleck zu erkennen. Ich drehte das Hinterrad ein paar mal rum und befüllte es mit der CO2-Kartusche. Jetzt hielt komischerweise die Luft. Nun weiß ich auch, woher der Begriff „Schwarzes Loch“ stammt. In dieser Phase knallte leider Robodoc mit seinen beiden Freunden an mir vorbei.
Zum Ziel waren es noch knapp drei Kilometer. So ein Mist aber auch. In dieser kurzen Zeit konnte ich nicht mehr viel ausrichten, auch wenn einer von den dreien wieder in meine Sichtweite rückte. So konnte ich relativ entspannt den Zielanstieg nehmen, aber leider nur 12. werden anstatt vielleicht 5. oder 6., wenn ich mit den Beinen von heute und dem leichten Rad im Bergsprint hätte mitmischen können. Nach drei Platten in zwei Rennen sollte nun aber mal gut sein, Mensch.
Patte gewann übrigens vor dem Waldmeister und dem Flaschenklau …
Essen, Heimfahrt, Tschüss!
PS: Die Bilder stammen von Rico L. und Siegberts Freundin Isabell. Danke!
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Montag, 23. Mai 2011
Inselsberg-Bike-Marathon am 22.05.2011
Heute war ich ausnahmsweise einigermaßen pünktlich dran und bin mal gemütlich gefahren. Eine völlig neue Erfahrung, das Kfz auch mal mit 8 bis 9 Litern zu bewegen. Gut so. Pünktlich in Tabarz vor Ort traf ich auch gleich den Flaschenklau samt Bruder und den Wauschi samt Ische. Auch unser Robodoc und André Meyer, der Polofahrer, waren vorhanden. Alles Sachsen mitten im Thüringer Forest, und alle schneller da als ich, verflixt.
Nach kurzem Warmfahren reihte ich mich am Start ganz vorne in den Pulk ein und zog anschließend hinter dem Quad die ersten Höhenmeter hinauf. Kilian Heine und Sebastian Stark drückten gleich auf die Tube und setzten sich vom Feld ab. Die älteren Semester inkl. mir hielten sich dezent zurück. So bildete sich eine erste Verfolgergruppe mit eher jüngeren Heizern und dahinter eine zweite mit Wauschi, Matej Meyer, einem weiteren Radler und dem Dönerverkäufer. Das Tempo war okay, dennoch zogen die Leute vor uns langsam auf und davon. Nach kurzem Schotterweggeplänkel führte ich die Gruppe in den ersten technischen Downhill hinein und konnte das Loch zu Verfolgergruppe fast wieder zufahren, auch wenn mich Wauschi bat, vorsichtiger zu fahren. Das tat ich übrigens auch, und Recht hatte er. Die Abfahrten waren genial, aber durchaus gefährlich. Trotzdem konnte ich mich anschließend etwas von Wauschi und den anderen Fahrern absetzen, einzig Matej Meyer ging das Tempo mit und forcierte sogar den Folgeanstieg noch ein wenig. Zu zweit kamen wir an die erste Verfolgergruppe ran, vorne sahen wir wieder den Flaschenklau und Kilian Heine hinter dem Quad. Matej drückte immer wieder auf die Tube, auch bergab, und sprengte die erste Verfolgergruppe. Drei Mann blieben übrig. Ich nahm mir vor, an Matej dranzubleiben, da er wirklich gutes Tempo bolzte und wir zu zweit bessere Chancen hatten, Sebastian Stark da vorne wieder einzuholen.
Zur langen Auffahrt auf den Inselsberg hängten wir zwei unserer Konkurrenten endgültig ab und fuhren zu zweit den brutalen Anstieg hoch. Mit 28-36 war ich dort mehrmals am Limit. Grauenvoller Anstieg, der Inselsberg, der auf seinem Plateau ein wenig dem Mont Ventoux ähnelte, halt nur winzige 1000 m flacher. Oben angekommen, ging’s bergab in den steinigen Downhill. Und auf einmal macht’s zisch am Hinterrad. Leider dichtete die Milch das recht große Loch nicht ab, so dass ein Schlauchwechsel von Nöten war, und zwar ausgerechnet in der Abfahrt, wo man richtig Zeit liegen lässt. Schöner Mist. Matej und ich hatten schon einen schönen Vorsprung auf unsere Verfolger rausgeholt, der sogleich verpuffte. Nach schier endlosen Minuten pumpte ich den Reifen mit der CO2-Kartusche voll, was diesmal erstaunlich gut funktionierte, und gab Stoff, was der Plastefuchs und der alte Mann hergaben. Dummerweise war das Ventil dieses Schlauches defekt und ließ Luft, so dass ich quasi die komplette 2. Runde einen Schleicher hatte. Schöne Cheise.
Kurz nach Rundendurchfahrt und einer kleinen Konversation mit Katja, der Freundin von Hot Doc, holte ich den ersten Fahrer im 2. Anstieg ein, danach den zweiten, dann im 3. Anstieg den dritten und auf dem Flachstück kurz vor dem Downhill vor dem Inselsberg Jens Scholze mit seinem 29er Cannondale. Er roch übrigens nicht nach Knoblauch. Zu zweit fuhren wir gemeinsam in den Anstieg zum Inselsberg hinein. Erst hier konnte ich Jens etwas davonfahren und sah alsbald den nächsten Fahrer vor mir. Schon wieder ein Cannondale. Hier gab’s bestimmt irgendwo ein Nest. Leider fehlte mir in dieser Rennphase die Kraft, um das Loch zu schließen. Ich hatte einige Körner gelassen, und die ersten Krämpfe kündigten sich auch an. Wieder war es brutal da hoch. Ich glaube, mit Laufen wäre ich schneller gewesen. Auf der letzten Abfahrt ließ ich es jetzt aus Sicherheitsgründen nicht mehr so krachen, da ich hinten fast Platten und ca. 30 s Vorsprung auf Jens hatte und wusste, dass er hier kaum überholen konnte. Letztendlich kam ich mit 0,9 bar im Reifen im Ziel an. Schade, das Podest war möglich, aber Pech gehabt.
Der Flaschenklau gewann souverän mit 4 min Vorsprung vor Matej Meyer und 8 min vor Robodoc. Es war eine sehr selektive und sehr schöne Runde, die Abfahrten glichen teilweise denen der Mad East Challenge, die Uphills waren wirklich schwer und ähnlich wie bei tschechischen Rennen. Eine tolle Landschaft macht Lust auf weitere Rennen am Rennsteig. Aber das Wichtigste: Heute hat es mir Spaß gemacht, weil der Kopf frei war. Hoffentlich bleibt das so, und zwar ohne nervigen Trainingsplan.
Im Gewitterregen bin ich wieder gemütlich nach Hause gerollert (< 3000 U/min). André Meyer kann das bestätigen, da wir uns mitten auf der A4 trafen und er schön in meinem Windschatten lutschte, die Sau. Und dann wieder diese Mercedesfahrer. Lieber E-Klasse-Coupé-Fahrer. Dein Bruder letzte Woche hat dir’s bestimmt nicht gesagt, aber bei 150 Sachen und mehr fährt man nicht so dicht auf, dass ich dein Nummernschild in meinem Rückspiegel nicht mehr erkennen kann. Und wenn du mich von der Autobahn schieben willst, solltest du auch über die entsprechende Leistung verfügen, du Knallfrosch.
So, das war’s. Bis Markersbach, hoffe ich. Der Burni.
Nach kurzem Warmfahren reihte ich mich am Start ganz vorne in den Pulk ein und zog anschließend hinter dem Quad die ersten Höhenmeter hinauf. Kilian Heine und Sebastian Stark drückten gleich auf die Tube und setzten sich vom Feld ab. Die älteren Semester inkl. mir hielten sich dezent zurück. So bildete sich eine erste Verfolgergruppe mit eher jüngeren Heizern und dahinter eine zweite mit Wauschi, Matej Meyer, einem weiteren Radler und dem Dönerverkäufer. Das Tempo war okay, dennoch zogen die Leute vor uns langsam auf und davon. Nach kurzem Schotterweggeplänkel führte ich die Gruppe in den ersten technischen Downhill hinein und konnte das Loch zu Verfolgergruppe fast wieder zufahren, auch wenn mich Wauschi bat, vorsichtiger zu fahren. Das tat ich übrigens auch, und Recht hatte er. Die Abfahrten waren genial, aber durchaus gefährlich. Trotzdem konnte ich mich anschließend etwas von Wauschi und den anderen Fahrern absetzen, einzig Matej Meyer ging das Tempo mit und forcierte sogar den Folgeanstieg noch ein wenig. Zu zweit kamen wir an die erste Verfolgergruppe ran, vorne sahen wir wieder den Flaschenklau und Kilian Heine hinter dem Quad. Matej drückte immer wieder auf die Tube, auch bergab, und sprengte die erste Verfolgergruppe. Drei Mann blieben übrig. Ich nahm mir vor, an Matej dranzubleiben, da er wirklich gutes Tempo bolzte und wir zu zweit bessere Chancen hatten, Sebastian Stark da vorne wieder einzuholen.
Zur langen Auffahrt auf den Inselsberg hängten wir zwei unserer Konkurrenten endgültig ab und fuhren zu zweit den brutalen Anstieg hoch. Mit 28-36 war ich dort mehrmals am Limit. Grauenvoller Anstieg, der Inselsberg, der auf seinem Plateau ein wenig dem Mont Ventoux ähnelte, halt nur winzige 1000 m flacher. Oben angekommen, ging’s bergab in den steinigen Downhill. Und auf einmal macht’s zisch am Hinterrad. Leider dichtete die Milch das recht große Loch nicht ab, so dass ein Schlauchwechsel von Nöten war, und zwar ausgerechnet in der Abfahrt, wo man richtig Zeit liegen lässt. Schöner Mist. Matej und ich hatten schon einen schönen Vorsprung auf unsere Verfolger rausgeholt, der sogleich verpuffte. Nach schier endlosen Minuten pumpte ich den Reifen mit der CO2-Kartusche voll, was diesmal erstaunlich gut funktionierte, und gab Stoff, was der Plastefuchs und der alte Mann hergaben. Dummerweise war das Ventil dieses Schlauches defekt und ließ Luft, so dass ich quasi die komplette 2. Runde einen Schleicher hatte. Schöne Cheise.
Kurz nach Rundendurchfahrt und einer kleinen Konversation mit Katja, der Freundin von Hot Doc, holte ich den ersten Fahrer im 2. Anstieg ein, danach den zweiten, dann im 3. Anstieg den dritten und auf dem Flachstück kurz vor dem Downhill vor dem Inselsberg Jens Scholze mit seinem 29er Cannondale. Er roch übrigens nicht nach Knoblauch. Zu zweit fuhren wir gemeinsam in den Anstieg zum Inselsberg hinein. Erst hier konnte ich Jens etwas davonfahren und sah alsbald den nächsten Fahrer vor mir. Schon wieder ein Cannondale. Hier gab’s bestimmt irgendwo ein Nest. Leider fehlte mir in dieser Rennphase die Kraft, um das Loch zu schließen. Ich hatte einige Körner gelassen, und die ersten Krämpfe kündigten sich auch an. Wieder war es brutal da hoch. Ich glaube, mit Laufen wäre ich schneller gewesen. Auf der letzten Abfahrt ließ ich es jetzt aus Sicherheitsgründen nicht mehr so krachen, da ich hinten fast Platten und ca. 30 s Vorsprung auf Jens hatte und wusste, dass er hier kaum überholen konnte. Letztendlich kam ich mit 0,9 bar im Reifen im Ziel an. Schade, das Podest war möglich, aber Pech gehabt.
Der Flaschenklau gewann souverän mit 4 min Vorsprung vor Matej Meyer und 8 min vor Robodoc. Es war eine sehr selektive und sehr schöne Runde, die Abfahrten glichen teilweise denen der Mad East Challenge, die Uphills waren wirklich schwer und ähnlich wie bei tschechischen Rennen. Eine tolle Landschaft macht Lust auf weitere Rennen am Rennsteig. Aber das Wichtigste: Heute hat es mir Spaß gemacht, weil der Kopf frei war. Hoffentlich bleibt das so, und zwar ohne nervigen Trainingsplan.
Im Gewitterregen bin ich wieder gemütlich nach Hause gerollert (< 3000 U/min). André Meyer kann das bestätigen, da wir uns mitten auf der A4 trafen und er schön in meinem Windschatten lutschte, die Sau. Und dann wieder diese Mercedesfahrer. Lieber E-Klasse-Coupé-Fahrer. Dein Bruder letzte Woche hat dir’s bestimmt nicht gesagt, aber bei 150 Sachen und mehr fährt man nicht so dicht auf, dass ich dein Nummernschild in meinem Rückspiegel nicht mehr erkennen kann. Und wenn du mich von der Autobahn schieben willst, solltest du auch über die entsprechende Leistung verfügen, du Knallfrosch.
So, das war’s. Bis Markersbach, hoffe ich. Der Burni.
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Dienstag, 17. Mai 2011
Wehlaberg-Bike-Marathon am 15.05.2011
Heute stand die Entscheidung an, ob’s nach Litzendorf bei Bamberg oder nach Köthen zwischen Berlin und Cottbus geht. Die Höhe des Startgelds von 40 vs. 20 EUR bei gleichlanger Anreise gab den Ausschlag, nach Köthen zu fahren. Mal wieder allein. Letztes Jahr war ich zusammen mit Wauschi auch schon dort, und so schlecht war es nicht bis auf die doofen Mücken. Außerdem gab’s damals auch bei den Masters Preisgeld.
Ich war frühs nach einer eher miesen Nacht wieder sehr spät dran und wollte 9 Uhr eigentlich oben sein, doch ich war erst 7.35 Uhr auf der A4, um in 85 min 220 km zu fahren. Na ja, trotz bekloppter Baustellen war ich letztendlich 9.04 Uhr im Kiefernwald von Köthen angekommen.
Anmeldung und biologische Erleichterung funktionierten tadellos. Nach kurzer Einweisung ging die Hatz über 57 km los. Es standen viele Crossspezialisten aus und um Berlin am Start, auch aus Sachsen-Anhalt waren Fahrer u. a. vom Team White Rock oder aus Niedersachsen vom Team Focus Bad Salzdetfurth Racing versammelt. Und einige davon fuhren 29er Bikes. Das sieht vielleicht komisch aus, wie ein Polo mit 22-Zoll-Felgen. Gar nicht mein Ding, aber das scheint die Zukunft zu sein.
Zu Beginn ging’s recht gemütlich los, so dass eine relativ große Gruppe bis zum Scharfrichter, der Endmoräne des Wehlabergs (Aussage Wauschi letztes Jahr), zusammenblieb. Erst dort hinauf wurde das Feld gesprengt. Leider war der Berg dieses Jahr nicht komplett fahrbar, weil man in dem Sand einfach keinen Grip hatte. Also teilweise runter vom Hobel und schieben. Nach der rasanten Abfahrt bildete sich eine sechsköpfige Spitzengruppe, in der ich auch vertreten war. Doch dann verfuhr ich mich in Führung liegend, wurde aber von den anderen Fahrern zurückgepfiffen. Sehr fair. Dennoch musste ich die Lücke zu den fünfen erst mal wieder zudrücken, was gar nicht so einfach war auf den leicht ansteigenden Geraden. Ich fand den Anschluss aber glücklicherweise wieder. Wir verfuhren uns insgesamt, glaube ich, dreimal, da die Strecke nicht immer optimal ausgewiesen war. Einmal kreuzten wir sogar eine befahrene Straße. Das war wie Russisches Roulette: drücken oder Krücken.
So ging’s für meine Begriffe immer noch relativ gemütlich in die zweite Runde. Auch hier blieb das Tempo zunächst human, nur White-Rock-Fahrer Christian Hopp drehte an den Anstiegen immer mal wieder am Gashahn. Trotzdem blieb die Gruppe zusammen, wobei sich aber nicht alle Fahrer an der Führung beteiligten. In einem leichten, aber langgezogenen Anstieg trat dann Fahrer Hopp richtig drauf. Keiner konnte ihm folgen – zunächst. Hinter mir meinte jemand: „So, nun ist er weg und macht Ernst.“ Nun ja, ich gab dann auch Gas und ließ Herrn Hopp nicht allzu weit enteilen. Er fuhr ca. 2 km lang zwischen 50 und 100 m vor mir her. Ich schnappte ihn mir dann aber doch noch in den Drückerpassagen kurz vor dem Wehlaberg. Zu zweit bolzten wir die Scheißmoräne rauf, so gut es ging, und vergrößerten unseren Abstand zu den Verfolgern. Die letzten Kilometer wechselten wir uns gut ab, wobei das Tempo immer noch nicht so extrem hoch war. So kam es zum Sprint um den Gesamtsieg, den ich leider um 2 s verpasste. Mit knapp 36 Lenzen geht mir so langsam meine Spritzigkeit verloren. Cheise. Na ja, aber ich konnte die Masterswertung gewinnen und auf der sensationellen Siegerehrung ein paar Euros entgegennehmen, die aber in keinem Verhältnis zum Spritverbrauch standen. Aber man fährt ja aus Freude am Spocht. Die Spaghettis und der Tee, die es anschließend gab, haben gemundet, und die Duschen waren auch warm. Fein so.
Auf der Rücktour nach C ließ ich’s dann rollen. Dennoch gibt es Fahrer, die meinen, Rambo spielen zu müssen. Bei hohem Tempo extrem dicht aufzufahren, k… mich an, dann aber mit einem dicken, schweineteuren Mercedes nicht vorbeizukommen, ist peinlich.
Nun denn, ich hoffe, die Form geht trotz abgespecktem Training weiter nach oben. Der Spaß zählt! Man sieht sich.
Ich war frühs nach einer eher miesen Nacht wieder sehr spät dran und wollte 9 Uhr eigentlich oben sein, doch ich war erst 7.35 Uhr auf der A4, um in 85 min 220 km zu fahren. Na ja, trotz bekloppter Baustellen war ich letztendlich 9.04 Uhr im Kiefernwald von Köthen angekommen.
Anmeldung und biologische Erleichterung funktionierten tadellos. Nach kurzer Einweisung ging die Hatz über 57 km los. Es standen viele Crossspezialisten aus und um Berlin am Start, auch aus Sachsen-Anhalt waren Fahrer u. a. vom Team White Rock oder aus Niedersachsen vom Team Focus Bad Salzdetfurth Racing versammelt. Und einige davon fuhren 29er Bikes. Das sieht vielleicht komisch aus, wie ein Polo mit 22-Zoll-Felgen. Gar nicht mein Ding, aber das scheint die Zukunft zu sein.
Zu Beginn ging’s recht gemütlich los, so dass eine relativ große Gruppe bis zum Scharfrichter, der Endmoräne des Wehlabergs (Aussage Wauschi letztes Jahr), zusammenblieb. Erst dort hinauf wurde das Feld gesprengt. Leider war der Berg dieses Jahr nicht komplett fahrbar, weil man in dem Sand einfach keinen Grip hatte. Also teilweise runter vom Hobel und schieben. Nach der rasanten Abfahrt bildete sich eine sechsköpfige Spitzengruppe, in der ich auch vertreten war. Doch dann verfuhr ich mich in Führung liegend, wurde aber von den anderen Fahrern zurückgepfiffen. Sehr fair. Dennoch musste ich die Lücke zu den fünfen erst mal wieder zudrücken, was gar nicht so einfach war auf den leicht ansteigenden Geraden. Ich fand den Anschluss aber glücklicherweise wieder. Wir verfuhren uns insgesamt, glaube ich, dreimal, da die Strecke nicht immer optimal ausgewiesen war. Einmal kreuzten wir sogar eine befahrene Straße. Das war wie Russisches Roulette: drücken oder Krücken.
So ging’s für meine Begriffe immer noch relativ gemütlich in die zweite Runde. Auch hier blieb das Tempo zunächst human, nur White-Rock-Fahrer Christian Hopp drehte an den Anstiegen immer mal wieder am Gashahn. Trotzdem blieb die Gruppe zusammen, wobei sich aber nicht alle Fahrer an der Führung beteiligten. In einem leichten, aber langgezogenen Anstieg trat dann Fahrer Hopp richtig drauf. Keiner konnte ihm folgen – zunächst. Hinter mir meinte jemand: „So, nun ist er weg und macht Ernst.“ Nun ja, ich gab dann auch Gas und ließ Herrn Hopp nicht allzu weit enteilen. Er fuhr ca. 2 km lang zwischen 50 und 100 m vor mir her. Ich schnappte ihn mir dann aber doch noch in den Drückerpassagen kurz vor dem Wehlaberg. Zu zweit bolzten wir die Scheißmoräne rauf, so gut es ging, und vergrößerten unseren Abstand zu den Verfolgern. Die letzten Kilometer wechselten wir uns gut ab, wobei das Tempo immer noch nicht so extrem hoch war. So kam es zum Sprint um den Gesamtsieg, den ich leider um 2 s verpasste. Mit knapp 36 Lenzen geht mir so langsam meine Spritzigkeit verloren. Cheise. Na ja, aber ich konnte die Masterswertung gewinnen und auf der sensationellen Siegerehrung ein paar Euros entgegennehmen, die aber in keinem Verhältnis zum Spritverbrauch standen. Aber man fährt ja aus Freude am Spocht. Die Spaghettis und der Tee, die es anschließend gab, haben gemundet, und die Duschen waren auch warm. Fein so.
Auf der Rücktour nach C ließ ich’s dann rollen. Dennoch gibt es Fahrer, die meinen, Rambo spielen zu müssen. Bei hohem Tempo extrem dicht aufzufahren, k… mich an, dann aber mit einem dicken, schweineteuren Mercedes nicht vorbeizukommen, ist peinlich.
Nun denn, ich hoffe, die Form geht trotz abgespecktem Training weiter nach oben. Der Spaß zählt! Man sieht sich.
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Dienstag, 3. Mai 2011
Marathon Löbichau-Wildenbörten am 01.05.2011
So, meine erste Wettkampfbelastung anno 2011 ist vorüber. Und ich muss sagen, das lief besser als erwartet nach der langen Krankheit. Aber der Reihe nach.
Wetter gut, Schlaf gut, Rad gut, Stuhlgang gut, Motivation gut, Form sehr mittelprächtig, also kurzfristig entschieden, den Saisoneinstieg am 1. Mai zu feiern, und zwar auf den recht leichten 4 mal 25 Kilometern rund um die Halde in Löbichau/Wildenbörten. Und ich hatte außerdem keinen Bock, bei dem Wetter wieder daheim Däumchen zu drehen.
Ich war ausnahmsweise pünktlich vor Ort, da dieser sehr gut und sehr schnell (meist unbegrenzt und dreispurig) zu erreichen war. Vor Ort waren auch schon wieder die alten Haudegen um Roland Kunz, Dr. O, Waldmeister oder Wauschi versammelt. Aber auch internationale Stars aus dem Nicht-EU-Ausland bzw. der Schweiz wollten das Staubrennen unter die Pneus nehmen. Auch meine knuffige Lieblingssusann und des Waldmeisters Vater, dem ich noch ein erfolgreiches neues Jahr wünschte, standen Gewehr bei Fuß. Die Susann fungierte mal wieder als meine Flaschenfee und tat dies mit äußerster Präzision. Danke!!! Und glücklicherweise fuhr mir diesmal beim Flaschentausch der bajuwarische Kurbelbieger vom RV Concordia Strullendorf, Thomas Lauterbach, nicht wie 2009 ins Hinterrad, denn dabei war er heuer auch.
Die Hatz ging Punkt 13 Uhr los. Gleich am ersten Singletrail kam es zum Stau, und ich war leider sehr weit hinten positioniert, so dass ich viel Zeit verlor. Kollege Danny Dittmann machte denselben Fehler. Als wir aus dem Waldstück herauskamen, sahen wir den Waldmeister und beide Schweizer bereits den nächsten Berg erklimmen. Mann, hatte ich einen dicken Hals. Gut, dass ich frühs meine Tablette gegessen hatte. Jedenfalls waren wir nun in der 3. Verfolgergruppe um Platz 30 bis 40. Der 2. Singletrail ließ nicht lange auf sich warten, und ihr ahnt es, schon wieder Stau. Zu allem Überfluss schwang ich mich nach der eher unfreiwilligen Laufpassage zu heftig auf den Plastebock, nahm zu viel Schwung mit und fuhr dadurch auf der gegenüberliegenden Seite statt geradeaus leider links einen Graben hinunter. Diesen robbte ich voller Wut wieder hoch und reihte mich noch weiter hinten ein. Grandioses Können und viel Geschick – beides leider Fehlanzeige. Danny und ich drückten anschließend ordentlich drauf und schlossen nach ca. 15 km das Loch zur 2. Gruppe, brezelten durch diese ohne längeren Aufenthalt hindurch und versuchten nun, die Distanz zur 1. Verfolgergruppe um Wauschi, Hot Doc und Roland zu verkürzen. Das glückte uns letztendlich zu Beginn der 2. Runde, aber Körner hatte das eine ganze Menge gekostet. Cheise. Der Zug vorne war leider abgefahren, so dass ich mich einigermaßen im Windschatten der großen Gruppe erholen konnte. Doch nach und nach wurde die Gruppe kleiner, da Matej Meyer, ein thüringischer Tritt-drauf-wie-nix, vorne immer mal wieder angaste. Schon wieder an einer Engstelle verloren Danny und ich den Anschluss zu dieser Gruppe, was mich erneut tierisch nervte. Aber ich hatte ja frühs meine Tablette … Von nun an versuchten Danny und ich zu zweit, die drei verbliebenen Fahrer der 1. Verfolgergruppe wieder aufzufahren. Mal kamen wir näher, mal verloren wir. Aber die Arbeit klappte zwischen uns ausgezeichnet. Vorne entkam dann Matej Meyer; Robodoc und Wauschi fuhren kurz dahinter. Dann fiel Wauschi etwas ab, und wir stellten ihn wenig später. Das Loch zu Dr. O drückten wir beide fast wieder zu, doch ganz schließen konnten wir es nicht. Kurz vor der Halde hatte ich dann Probleme, das Tempo vom starken Danny mitzugehen und musste ihn fahren lassen. Ohne technische Probleme, Stürze oder Krämpfe kam ich als Siebter hinter Danny Dittmann ins Ziel, worüber ich mich durchaus freute. Nach wirklich besch… drei Monaten, ohne Trainingslager, ohne Kraft- und ohne wettkampfspezifisches Training war das mehr, als ich erwartet habe. Mit etwas mehr taktischem Geschick wäre vielleicht noch mehr drin gewesen. Dennoch backe ich erstmal weiterhin kleine Brötchen und fahre frei Schnauze „just for fun“ ohne Trainingsplan und ohne Unter-Druck-Setzen, bis die Kur kommt. Macht auch Spaß, und so langsam war ich deswegen auch nicht.
Auf der Heimfahrt gönnte ich nach langer Zeit meinem Vierrad auch noch ein bisschen Auslauf, so dass es mal wieder ein gelungener Tag war.
Man sieht sich hier und da. Der Burni.
Wetter gut, Schlaf gut, Rad gut, Stuhlgang gut, Motivation gut, Form sehr mittelprächtig, also kurzfristig entschieden, den Saisoneinstieg am 1. Mai zu feiern, und zwar auf den recht leichten 4 mal 25 Kilometern rund um die Halde in Löbichau/Wildenbörten. Und ich hatte außerdem keinen Bock, bei dem Wetter wieder daheim Däumchen zu drehen.
Ich war ausnahmsweise pünktlich vor Ort, da dieser sehr gut und sehr schnell (meist unbegrenzt und dreispurig) zu erreichen war. Vor Ort waren auch schon wieder die alten Haudegen um Roland Kunz, Dr. O, Waldmeister oder Wauschi versammelt. Aber auch internationale Stars aus dem Nicht-EU-Ausland bzw. der Schweiz wollten das Staubrennen unter die Pneus nehmen. Auch meine knuffige Lieblingssusann und des Waldmeisters Vater, dem ich noch ein erfolgreiches neues Jahr wünschte, standen Gewehr bei Fuß. Die Susann fungierte mal wieder als meine Flaschenfee und tat dies mit äußerster Präzision. Danke!!! Und glücklicherweise fuhr mir diesmal beim Flaschentausch der bajuwarische Kurbelbieger vom RV Concordia Strullendorf, Thomas Lauterbach, nicht wie 2009 ins Hinterrad, denn dabei war er heuer auch.
Die Hatz ging Punkt 13 Uhr los. Gleich am ersten Singletrail kam es zum Stau, und ich war leider sehr weit hinten positioniert, so dass ich viel Zeit verlor. Kollege Danny Dittmann machte denselben Fehler. Als wir aus dem Waldstück herauskamen, sahen wir den Waldmeister und beide Schweizer bereits den nächsten Berg erklimmen. Mann, hatte ich einen dicken Hals. Gut, dass ich frühs meine Tablette gegessen hatte. Jedenfalls waren wir nun in der 3. Verfolgergruppe um Platz 30 bis 40. Der 2. Singletrail ließ nicht lange auf sich warten, und ihr ahnt es, schon wieder Stau. Zu allem Überfluss schwang ich mich nach der eher unfreiwilligen Laufpassage zu heftig auf den Plastebock, nahm zu viel Schwung mit und fuhr dadurch auf der gegenüberliegenden Seite statt geradeaus leider links einen Graben hinunter. Diesen robbte ich voller Wut wieder hoch und reihte mich noch weiter hinten ein. Grandioses Können und viel Geschick – beides leider Fehlanzeige. Danny und ich drückten anschließend ordentlich drauf und schlossen nach ca. 15 km das Loch zur 2. Gruppe, brezelten durch diese ohne längeren Aufenthalt hindurch und versuchten nun, die Distanz zur 1. Verfolgergruppe um Wauschi, Hot Doc und Roland zu verkürzen. Das glückte uns letztendlich zu Beginn der 2. Runde, aber Körner hatte das eine ganze Menge gekostet. Cheise. Der Zug vorne war leider abgefahren, so dass ich mich einigermaßen im Windschatten der großen Gruppe erholen konnte. Doch nach und nach wurde die Gruppe kleiner, da Matej Meyer, ein thüringischer Tritt-drauf-wie-nix, vorne immer mal wieder angaste. Schon wieder an einer Engstelle verloren Danny und ich den Anschluss zu dieser Gruppe, was mich erneut tierisch nervte. Aber ich hatte ja frühs meine Tablette … Von nun an versuchten Danny und ich zu zweit, die drei verbliebenen Fahrer der 1. Verfolgergruppe wieder aufzufahren. Mal kamen wir näher, mal verloren wir. Aber die Arbeit klappte zwischen uns ausgezeichnet. Vorne entkam dann Matej Meyer; Robodoc und Wauschi fuhren kurz dahinter. Dann fiel Wauschi etwas ab, und wir stellten ihn wenig später. Das Loch zu Dr. O drückten wir beide fast wieder zu, doch ganz schließen konnten wir es nicht. Kurz vor der Halde hatte ich dann Probleme, das Tempo vom starken Danny mitzugehen und musste ihn fahren lassen. Ohne technische Probleme, Stürze oder Krämpfe kam ich als Siebter hinter Danny Dittmann ins Ziel, worüber ich mich durchaus freute. Nach wirklich besch… drei Monaten, ohne Trainingslager, ohne Kraft- und ohne wettkampfspezifisches Training war das mehr, als ich erwartet habe. Mit etwas mehr taktischem Geschick wäre vielleicht noch mehr drin gewesen. Dennoch backe ich erstmal weiterhin kleine Brötchen und fahre frei Schnauze „just for fun“ ohne Trainingsplan und ohne Unter-Druck-Setzen, bis die Kur kommt. Macht auch Spaß, und so langsam war ich deswegen auch nicht.
Auf der Heimfahrt gönnte ich nach langer Zeit meinem Vierrad auch noch ein bisschen Auslauf, so dass es mal wieder ein gelungener Tag war.
Man sieht sich hier und da. Der Burni.
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