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Dienstag, 28. September 2021

26. Drei-Talsperren-Marathon in Eibenstock am 18.09.21

Als ich mich vor noch nicht allzu langer Zeit des Morgens immer zum Rennen oder sonst wohin aufmachte, ging ich ins Bad, nahm meine Utensilien, aß Frühstück und stiefelte los. Heute ist das anders. Heute hast du nicht mehr deine teuren After Shaves oder das EdT direkt im Blickfeld stehen, sondern Hipp Pflegeöl Baby Sanft, Emser Nasendusche, Putzi, die Zahncreme für Kinder, oder Babydream Brustwarzensalbe. Spätestens jetzt wird dir vor Augen geführt, dass du inzwischen zu einer Familie mit italienischen Größenverhältnissen gehörst. Und die hat auch noch Zuwachs bekommen. Am 05.09. kommt der kleine Fritz zur Weltintern geführt unter dem technischen Namen DieterMax läuft da seit einem Jahr unter Detlef

Fritz' Timing ist grottig. Nicht nur, dass er vier Wochen zu früh kommt, fällt seine Geburt genau auf den Tag, wo ich das Rennen in Frauenstein fahren will und schon angemeldet bin. Weil Max, der Detlef, außerdem mal wieder einen üblen Keim aus der Kita einschleppt, liegen meine rundliche Yvonne und ich in der Nacht zum 05.09. mit einem üblen Norovirus im Bett. Ich weiß jetzt ganz genau, wie ein Ideal-Standard-WC von unten aussieht. Weil Flitzekacke Wehen-auslösend ist, passiert natürlich genau das. Der Rest ist schnell erzählt. SMH anrufen, weil ich darm- und magentechnisch indisponiert bin, sie ab ins KH und mal eben fix Fritz, den Dieter, entbinden, während ich mich an unser Ideal-Standard-WC klammere. Anschließend gibt's für Fritzchen und sie noch zehn Tage Zwangsaufenthalt im KH, sodass ich mit Keimschleuder Max allein daheim verbringen darf. Männerwirtschaft. Mit Training usw. ist da natürlich nicht viel.

Den GBM muss ich mal wieder auslassen – kein Fully und keine Motivation, 45 EUR Anmeldegebühr zu leisten. Und falls was passiert, ist niemand mehr da, der sich um Max kümmern kann. Also geht's eine Woche später bei nasskaltem Wetter nach Eierstock zum Schotterpistengemetzel. Der Hals schmerzt schon wieder, die Nase läuft auch. Es klingt abgedroschen, aber Max hat erneut einen Kita-Keim eingeschleppt. Ohne Rücksicht auf den Keim knallt 9.30 Uhr die Pistole, keine vier Sekunden später schon der erste Massensturz. Es ist glatt auf der Laufbahn des Jahn-Stadions. Am ersten Anstieg den Dönitzgrundweg hinauf fahren die Herren Leidenberger und Lauterbach vorne ca. 100 m raus. Mit Fahrer Lauterbach focht ich schon vor vielen Jahren das eine oder andere Gefecht aus. Eine Tretmühle ist er noch immer. Zwei Gänge dicker als alle anderen. Während wir die Tretmühle wieder einfangen, kurvt Fahrer Leidenberger unbeirrt immer ca. 100 m vor uns umher. Teamkollege Mike Baumann reicht es, und er fährt am Anstieg in Carlsfeld das Loch nach vorne zu. Er hat es auf die Bergwertung abgesehen. Die beiden setzen sich etwas ab. Unsere Gruppe arbeitet gut zusammen, sodass wir nicht zu viele Meter nach vorn verlieren. Ich selbst achte drauf, nicht zu dolle anzulatschen, damit ich das Loch zu Mike nicht zufahre. Das übernimmt dann Fahrer Rödel. Am Fuße des Col de Auers sind wir quasi angedockt, aber Mike riecht den Braten und gast erneut an, um sich seinen Fresskorb zu sichern. Fahrer Leidenberger holen wir hier ein.

Bergab passiert nichts Außergewöhnliches, außer dass meine Schaltung spinnt. Schon vorm Start konnte ich nicht aufs größte Ritzel schalten, jetzt hapert's auch bei den kleinen. Im Flachstück heilt sie sich zunächst erst mal selbst zu meinem Glück. Den Mike holen wir übrigens auch ein. Zu siebt erklimmen wir den Col de Auers zum zweiten Mal für heute, runterzu passiert bis auf meine Schaltinkonsistenzen erst mal auch nix. Das Bergabstück des Heinrichsbacherwegs quittiert recht weit unten mein labiles Getriebe dann mit einem Kettenabwurf. Bei einem Kettenblatt vorne musst du selbst Hand anlegen, damit die wieder draufflutscht. Ärgerlich, dass die Gruppe nun weg ist. Ich benötige ca. drei Minuten, um heranzufahren bis zur Talsperre Sosa. Positiver Nebeneffekt: Meine Beine drehen durch den kurzen Leistungs-Peak spürbar besser. 

Das Flachstück zum Blauenthaler Wasserfall fahre ich wegen meiner großen Mühle von vorn, den Wasserfall hinauf gleich auch. Zwischendurch fülle ich mir den Wanst mit Affenkoteletts auf, um im Straßenflachstück bei Wolfsgrün nicht zu verhungern. Denn da fahre ich schon wieder von vorne. Beim Rundenabzweig in Runde drei steht wie üblich mein fein hergerichteter Verbottlungstisch. Und die dunkelhaarige Freundin von Mike direkt daneben. Da ist ein wenig Chaos vorprogrammiert. Der Mike schneidet mich rechts, um zu seiner dunkelhaarigen Freundin zu gelangen. Ich muss früher in die Eisen als geplant, um ein Berühren zu vermeiden. Irgendwann komme ich heile am Tisch an und hole Nachschub. Leider ist die Gruppe dadurch etwas enteilt, und ich muss das Loch erneut zudrücken. Mike stellt den Anschluss kurz vor mir her und entschuldigt sich sogar für sein Missgeschick. Wieder zu siebt kreuzen wir die Talsperre Eierstock. 

Der folgende Bernhardtweg ist ein nächster Scharfrichter im Roadbook. Mike und ein Fahrer in Gelb setzen sich etwas ab, die anderen fünf reagieren nicht. Ich darf und will nicht und fahre nur an die Spitze der fünf Mann. Im obigen Flachstück übernimmt Fahrer Leidenberger das Zepter und versucht, das Loch nach vorne zuzufahren. Heran kommen wir aber nicht. Erst im Waldstück an einer weiteren Affenkotelettverpflegungsstelle stellen wir zumindest den gelben Fahrer, der seinen Freilauf zerlatscht hat vor schierer Kraft. Bei mir haut's so langsam auch die Sicherungen raus, als ich völlig falsch abbiege, obwohl ich hier schon zwanzig Mal durchgefahren bin. Zurück auf der Strecke muss ich meiner Gruppe zum dritten Mal für heute hinterherfahren. Nach mehreren Minuten ist der Anschluss wieder hergestellt, allerdings hat das ordentlich Körner gekostet. Mike ist nach wie vor allein auf weiter Flur. Gut für mich, ich muss keine Nachführarbeit leisten und kann mich etwas erholen. Fahrer Knauf geht derweil an einer kurzen Rampe nach hinten verloren, womit dem aufmerksamen Leser klar ist, dass wir nur noch vier Leute sind, die den Mike jagen. Am Col de Wauwau holt unser Quartett den Mike ein, nicht zuletzt, weil die Fahrer Leidenberger und Büschel noch guten Dampf in den Keulen haben. Zu fünft setzen wir die Fahrt gen Ziel fort. Bis zum Schlussanstieg geschieht nicht mehr viel außer paar kurzer Attacken des einen oder anderen Protagonisten, die jedoch alle pariert werden. Den letzten Stich hinauf Richtung Ziel zieht Fahrer Leidenberger etwas an, was Fahrer Rödel in die Bredouille bringt. Er muss reißen lassen. Ab der Pferdekoppel wird das Rennen eröffnet. Ich gucke mir das von Position vier aus an. Fahrer Leidenberger hat viele Fans an der Strecke, er wird gewaltig angefeuert und gibt noch mal Gas, bis die Blaskappelle kommt. Dort steigt Fahrer Büschel aufs Gas, und der Mike zieht mit. Blöderweise ist es dort sehr eng, sodass man auf die Fairness seiner Mitstreiter angewiesen ist, sollte man überholen wollen. Kevin Büschel vergrößert den Abstand zu Mike zusehends, ich selbst habe noch gute Beine und bitte Mike, an dessen Heck ich klemme, mal beiseite zu fahren, dass ich unfallfrei vorbei komme. Mike tut das ohne Widerstand. Jetzt kann ich vernünftig anlatschen und das ca. 20 m große Loch zu Kevin, der fast schon auf der Kuppe ist, zufahren und mit Überschuss an ihm vorbeigehen. Die Stadioneinfahrt ist wegen der Fahrer der kürzeren Distanzen "gut besucht", aber es wird fair Platz gemacht. Die letzten 100 m noch mal Latte, und dann darf sich der alte Mann mit fortgeschrittener Bejahrtheit absolut unerwartet über einen Gesamtsieg auf der Langdistanz freuen. Mike sichert sich im Sprint gegen Fahrer Leidenberger knapp Rang drei.   

Die Zeit bis zur Siegerehrung zieht sich, wie in Eierstock üblich, wieder sehr lange hin, sodass erst 16.30 Uhr zum Aufbruch mit dem bajuwarischen Kfz geblasen werden kann – interne technische Bezeichnung: G31. Denn daheim erwarten mich neben der nicht mehr kugelförmigen Yvonne schon Keimherd Max, Frühgeburt Fritz und ein nervtötendes 11-jähriges Pubertier namens Maya, dessen Passion es momentan ist, die Körbchengröße von Fünftklässlerinnen mit der von Achtklässlerinnen zu vergleichen und sich zu amüsieren, dass eben diese Körbchengröße nicht unbedingt proportional zur Klassenstufe sein muss.

Die jetzt anstehende rennfreie Zeit werde ich nutzen, um mich vom Max'schen Keim, der mir nach Eierstock eine Woche krank mit Schein einbrachte, zu erholen. Und um mich an die Haarfarbe von Mikes neuer Freundin zu gewöhnen, um natürlich möglichst alle Keime aufzusaugen, die Max, der Detlef, aus der Kita mitbringt, damit ich wenigstens im nächsten Jahr dagegen resistent bin, wenn's dieses Jahr schon nicht funktioniert hat, und um mir einen Integralhelm zu besorgen, den ich aufsetze, wenn die redselige Maya anfängt, mir die Ohren abzukauen.

Ergebnisse: hier:

Siegerehrung 100 km
v. l. n. r.: Kevin Büschel, Güldi, Mike Baumann
(c) by DTM Eibenstock


Freitag, 24. September 2021

7. MTB-Marathon in Dresden am 08.08.21

Max, der Vollstrecker, brachte letzte Woche einen neuen heimtückischen Keim in die heimatlichen Gefilde. Mein Körper ist, wie inzwischen bekannt sein dürfte, sehr affin für solche Kita-Viren und hat sich prompt so richtig infiziert. Jahrelang kam der Güldi ungeschoren davon, doch jetzt schlägt das (Keim-)Imperium gnadenlos zurück. Seiffen war deswegen nicht möglich. Im Nachhinein betrachtet muss ich Max sogar dankbar sein, mich angesteckt zu haben, wenn ich mir die Schlammbilder dort so ansehe. Er erstickte sozusagen jedwede Ambitionen, in Seiffen zu starten, im Keim. Deswegen kann ich erst heute wieder Rennen fahren, und zwar in der Landeshauptstadt. Mein erstes Mal hier in der Heide. 

Eine Stunde vorm Start schlage ich auf, besorge die Startunterlagen und smalltalke mit dem Erzeuger der Flaschenkläue, Andreas Stark, und meinem Teamkollegen Mike Baumann, bei dem ich einen Löffel fürs Müsli schnorre und seiner Freundin eine Trinkflasche zum Verbotteln übergebe. Seine Freundin frage ich ahnungslos, ob sie sich die Haare dunkel gefärbt hat, weil sie ja vorher blond waren. Mike sagt mir daraufhin, dass er eine neue Freundin habe und sie tatsächlich schwarze Haare hat. Das nenne ich mal Fettnäpfchen. Aber die beiden Damen sehen sich sehr ähnlich.

Nachdem dieser Schock verdaut ist, versuche ich mich irgendwie in die Startaufstellung zu drängeln. Das gelingt mir nur mit mäßigem Erfolg, aber zumindest stehe ich nicht allzu weit hinten. 10 Uhr setzt sich die Meute in Bewegung, und durch die Streckenführung gleich nach dem Start wird mir klar, dass ich die A...karte gezogen habe. Kein gefahrloses Überholen auf den ersten zwei Kilometern möglich. Erst an einem steilen Anstieg mitten im Wald kann ich paar Plätze gutmachen. Von nun an bin ich allein unterwegs, was ohne Streckenkenntnis hier und da zu kleineren Unachtsamkeiten beim Abbiegen führt – teilweise zu meinen Gunsten, teilweise zu meinen Ungunsten. In meinem Alter sieht man die Streckenmarkierungen nicht mehr ganz so gut. Und in meinem Alter nimmt man auch die Drops nicht mehr voll umfänglich wahr. Ein Fully verzeiht das, ein Hardtail leider weniger. Ich fahre kein Fully, und nicht nur einmal befinde ich mich in Runde eins kurz vor einem Abgang über den Lenker. Umso glücklicher bin ich, als ich einen Fahrer namens Christian Teichmann einhole, der mit einem Fully unterwegs ist und sich hier bestens auszukennen scheint. Ich nehme ihn deswegen ins Schlepptau und lasse ihn an den neuralgischen Punkten vorne fahren. Er warnt mich auch hier und da vor tückischen Streckenabschnitten. Hat man nicht so oft, solche fairen Mitstreiter. Zu zweit fahren wir an eine größere Gruppe heran. Leider folgt direkt ans Andocken ein ruppiger Downhill, wo ich mit meinem Bike keine Chance habe, an den Fullies dranzubleiben, ohne zu hohes Risiko zu gehen. Inzwischen ist man Papa, und da denkt man zweimal nach. Am Ende des Downhills ist die Gruppe weg, und ich bin wieder auf mich gestellt. Zum Glück geht's gleich zur Rundendurchfahrt, womit ich ja nun die Runde kennen sollte. Problem an der Sache ist, dass ich zwar die Runde intus habe, aber bei der Rundendurchfahrt auf eine Blondine aus bin, die mir die Flasche reicht. Es stehen da so einige Brünette am Wegesrand, aber eine Blondine mit meiner Flasche suche ich vergebens. Ich muss, weil ich dringend diese Flasche brauche, nun sogar runter von der Strecke, im Zielgelände rumfahren, um Mikes Freundin zu suchen. Da steht sie endlich, direkt an der Strecke! Cheise. Schwarze Haare. Verdammt, mein Gedächtnis ist so bröckelig wie der Butterkeks von Leibniz. Sie händigt mir mit fragenden Blicken meine Flasche aus, ich fahre wieder auf die Strecke drauf und ärgere mich, den Rückstand zur Gruppe vor mir nun nochmals durch eigene Dummheit um gut eine Minute vergrößert zu haben.

Runde zwei fahre ich von Anfang bis Ende komplett alleine. Näher heran an die Leute vor mir komme ich aber nicht zwingend. Das führt am Ende leider nur zu Platz 25 in der Gesamtabrechnung, obwohl ich heute ausnahmsweise mal gesund bin. Die drei Teamkollegen FK, Sven Püschel und Mike Baumann fahren auf die Plätze 1, 3 und 6. Da bin ich mal wieder das Streichresultat, wie mir scheint. Na ja, es kommen noch ein paar Rennen, wo's vielleicht aufwärts geht und ich mich an die dunkle Haarfarbe von Mikes neuer Freundin gewöhnen kann. Vorausgesetzt, Max, der Zerstörer, lässt die Keime in der Kita.

Ergebnisse: hier.

Erzgebirgsradrennen in Markersbach am 25.07.21

Einen Tag nach dem Kamm-Bike-Cross führt der Weg am heutigen Sonntag endlich mal wieder nach Markersbach. Nachdem das Rennen letztmalig 2018 stattfand, bin ich erfreut, dass es, wenn auch unter einem anderen Veranstalter, wieder Fahrt aufnimmt. Da es gleich zu zwei Rennserien (Treibjagd im Dunkelwald, MTB-Cup Sachsen) gehört, sieht man heute dieselben Leute wie gestern – und noch ein paar neue. Und da mich die Max'sche Erkältung über Nacht noch mehr heimgesucht hat, habe ich dieselben Halsschmerzen wie gestern – und noch ein paar neue (Auas). Mit meiner Stimme könnte ich den neuen Beck's-Werbesong einsingen, und wenn ich nicht schon bezahlt hätte, wäre ich im Bett geblieben. Wenigstens ist die Strecke nicht so ruppig, was dem Rücken zugute kommen dürfte.

Weil ich heute wirklich keinerlei Ambitionen habe und den Körper nicht zu viel zumuten darf, stelle ich mich am Start ganz hinten ans Feld. Dass ich schon guten Rückstand habe, als das Rennen offiziell freigegeben wird, ist zwangsläufig. Ich fahre von Beginn an unterhalb der Schwelle. Klar, ist man frustriert, wenn man weiß, was vielleicht ginge, wenn man kerngesund wäre. Doch Vorsicht ist hier besser als Nachsicht. 

Die Strecke ist fast dieselbe wie damals, sodass die ersten Kilometer auf Schotter dahinrollen. Der Friedrichbachweg markiert meistens den ersten Scharfrichter. Mich interessiert's wenig, dennoch überhole ich mit angezogener Handbremse einen Fahrer nach dem anderen. Oben auf Asphalt angekommen, gruppiert sich um mich herum eine Horde aus bayerischen und holländischen Radfahrern. Zumindest tragen zwei der drei Fahrer holländische Trikots. Im Rennverlauf stellt sich aber heraus, dass beide nichts miteinander zu tun haben, der eine aus Neudorf kommt, der andere aus Regensburg. Berichtigt heißt das nun, dass ich mit zwei Bayern und einem Neudorfer unterwegs bin. Die Gruppe harmoniert gut, bis wir uns am Anstieg zum Fichtelberg vom bayerischen Pseudoholländer verabschieden. Der andere echte Bayer, dessen Dialekt ich kaum verstehe, fährt dagegen nach vorne weg, nachdem er mich kurz davor gefragt hat, ob das der letzte schwere Anstieg sei, sofern ich es richtig verstanden habe. Seine Frage bejahte ich natürlich in der Gewissheit, ihn akustisch zu 100% verstanden zu haben, aber leider in Unkenntnis der neu eingebauten Anstiege im zweiten Streckenabschnitt. Sorry, mein Fehler. 

Den neuen Drop am Col de Fichtel hatte ich so nicht auf dem Schirm und auch die Gesten der Zuschauer ignoriere ich vorsorglich. Da mein Neudorfer Begleiter hier den Weg rechts von der Treppe einschlägt, tue ich es ihm gleich, kann jedoch nur mit etwas Glück einen Überschlag vermeiden. Ich weiß bis heute nicht, ob ich hätte die Treppe nehmen müssen oder den Weg daneben, wie wir ihn fuhren. Jedenfalls versuchen wir zwei nun, den enteilten Bajuwaren bergab wieder einzuholen. Von Vorteil ist mal wieder das 36er Blatt vorne bei einem 9er Ritzel hinten. Wenn ich sehe, was mein Begleiter da für Kadenzen leiern muss, bin ich froh, hier bei hohen Geschwindigkeiten kontrolliert treten und die Weichteile schonen zu können. Der Nachteil ist, dass ich in den schnellen Abschnitten alles von vorn fahren muss, weil wir sonst nicht vorwärts kommen. Den Bayern holen wir auch wieder ein – und koppeln ihn nach einem kurzen Smalltalk, wo ich mir sicher bin, nicht 100%-ig alles verstanden zu haben, im neuen Gegenanstieg gleich wieder ab. Von hinten kommen bereits die Spitzenleute auf ihrer zweiten Runde des neuen Streckenabschnittes und überholen uns mit gutem Überschuss. Mittendrin mein Teamkollege FK, der Übermensch. Auch die weiteren, teils neuen Streckenabschnitte fahren mein junger holländisch-neudörflicher Begleiter und ich gemeinsam und teilen uns die Führungen. Am Zielanstieg jedoch muss er reißen lassen, während vor mir zwei Radler vom TSV Böbingen – das liegt bei Stuttgart – den Berg hochdrücken. Zum Glück bemerken mich die beiden, als ich kurz vorm Andocken bin, und geben noch mal Gas. Nicht auszudenken, hätten die zwei noch ein Gespräch mit mir in Schwäbisch angefangen, wo ich mir zu 100% sicher bin, absolut nichts hätte zu verstehen gehabt. Der deutsche Konjunktiv ist schon krass. Leider ist die Einfahrt ins Ziel dann so verwinkelt, dass ich keine Chance habe, dort irgendwie vorbeizukommen, schon gar nicht mit selbst auferlegtem Drehzahlbegrenzer. Das Rennen endet für mich damit auf Platz 28, der mit Abstand schlechtesten Platzierung, die ich jemals in Markersbach eingefahren habe. Deswegen bin ich wie schon am Vortag beizeiten daheim, wo mir die redselige Maya sogleich wieder das Ohr abkaut.

Ergebnisse: hier.

  

Donnerstag, 23. September 2021

18. Kamm-Bike-Cross in Johanngeorgenstadt am 24.07.21

Mein erstes Rennen im Jahr 2021. Einiges getan hat sich auch. Söhnchen Max, der Vollstrecker, gedeiht ganz ordentlich. Und meine Stieftochter Maya, die Redselige, kaut mir die Ohren ab daheim. Viel Zeit für Rennberichte bleibt daher nicht mehr. Deswegen kommen die nun auch so zeitversetzt. Ich versuche mich aber zu bessern.

In Johanngeorgencity sind wir – die rundliche Yvonne, der Max, die Maya und ich – viel zu früh. Absolut neuer Rekord. Auch absolut neu für mich, so viele Menschen direkt um mich herum zu haben. Die Zeit bis zum Start vertun wir uns mit dem Aufbau des Versorgungsstützpunktes im Wald, mit essen, trinken und warm fahren. Im Gegensatz zu 2020 erfolgt der Start dieses Mal wieder als Massenstart. Kurz davor werden zwischen den Ü40-Fahren Lasseck, Ortmann, Brödner und mir Anekdoten über bessere Tage unserer Karriere ausgetauscht. Den Start selber vergeige ich. Im Rennverlauf wird das auch nicht wesentlich besser. Während Runde eins als noch akzeptabel einzustufen wäre, sind die Runden zwei, drei und vier gar nicht mal so gut. Die Gründe liegen auf der Hand: Max, der Rumbuff, hat mal wieder 'ne Erkältung eingeschleppt aus der Kita und mir ungefiltert weitergereicht. Sie ist zwar erst im Kommen, aber es reicht, mich einzubremsen. Das schlimmere Übel jedoch ist der Hexenschuss, den ich mir vor ein paar Tagen bei der Montage des Heckträgers aufs Auto zuzog, sodass der Arzt mich sogar wieder fit spritzen musste, damit ich laufen kann. Da war ich etwas blauäugig anzunehmen, dass die Hexe nach fünf Tagen verflogen sei, obwohl Runde eins ganz okay verläuft. Leider macht der Rücken ab Mitte Runde zwei zu, sodass ich mehr Tourist denn Rennfahrer bin auf meinem Hardtail. Da hilft zu meinem Bedauern auch das hervorragende Verbotteln der redseligen Maya nichts. Der alte Mann ist mechanisch betrachtet im Arsch heute. Entsprechend weit hinten auf Platz 20 rolle ich mit großem Rückstand ins Ziel. Vorteil an der Sache: Die Familie ist wieder pünktlich daheim. Und die redselige Maya kann ihrem größten Hobby frönen: dem Erzählen.

Ergebnisse: hier.

Versorgungsstützpunkt mit Maya und dem Bollerwagen

Verbottlung Runde 2

Verbottlung Runde 3

Verbottlung Runde 4

Zieleinfahrt

Die rundliche Yvonne und die redselige Maya


Mittwoch, 23. September 2020

25. Drei-Talsperren-Marathon in Eibenstock am 19.09.2020

Eines der wenigen Rennen in 2020: der 25. DTM in Eierstock. Zum Glück vom SRB noch kurz vor knapp registriert, sodass Lizenzfahrer sanktionsfrei mitfahren dürfen. Ich lasse mich nicht lumpen, melde für sportliche 41 EUR eine Woche zuvor meine Teilnahme an, denn am Renntag hätte mich das 51 EUR gekostet. Bei den hohen Preisen muss ich zwischen GBM und DTM wählen, weil ich für dieses Geld nur einen Marathon fahren will. Der DTM liegt mir mehr: Man braucht nur zwei Dinge: keine Fahrtechnik, dafür Druck in den Keulen. 

Mein Verbottlungs-Tisch im Tal am Rundenabzweig zu Runde 3 ist schnell aufgebaut; die Flaschen des Teamkollegen Mike Baumann und mir passen da locker drauf. Und um 9.30 Uhr geht es unter Fernbleiben des Großteils der Weltelite pünktlich los im Jahn-Stadion. 

Anstieg Nummer 1 dient wie jedes Jahr als erste Messlatte, ob du gut gefrühstückt hast oder nicht. Ich habe es und kann problemlos die Pace bis Carlsfeld mitgehen. Dasselbe gilt für Anstieg 2 zur Carlsfelder Talsperre. So viele Leute sind wir hier gar nicht mehr. Unterwegs verabschiedet sich ein Cross- bzw. Straßenfahrer nach vorn, Kollege Bike Maumann fährt wenig später hinterher. Von den anderen Fahrern will keiner so recht Nachführarbeit leisten, und ich darf es nicht, weil der Kollege ja vorne fährt. Das Dilemma klärt sich zum Glück von selbst in einem kleinen Gefällestück vor der Rampe zum Auersberg, wo ich dem Gruppetto vorne fahrend enteile und es nicht mal merke anfangs. An die zwei Knaben docke ich noch vor der Rampe an. Zu dritt geht’s über den besagten Col de Auers, wo sich Mike die Bergwertung schnappt. Hätte ich gewusst, was es dieses Jahr da zu holen gibt, wäre ich definitiv mitgesprintet, so aber unternehme ich gar nichts, die pure Arbeitsverweigerung. Letztes Jahr haben sich Mike und ich hier den Zahn etwas gezogen, und den Fehler wollte ich dieses Jahr nicht noch mal machen. Auf den folgenden zwei Abfahrten Richtung Talsperre Sosa rollen wir – der Crosser und ich, der Graveler, – zu Mike auf und beginnen Runde 2. 

Am steilen Schotteranstieg zum Col de Auers muss der Crossfahrer reißen lassen. Mike hat einen schleichenden Plattfuß. Bei mir läuft alles im Lot. Um sich Zeit fürs Nachpumpen zu verschaffen, fährt Mike nach vorne raus und pumpt auf dem Gipfel fleißig Luft nach. Von hier sind es noch ca. 60 km bis ins Ziel. Damit Mike wieder andocken kann, gase ich nicht brachial an und lasse es nur rollen. Da haben wir beide was davon. Vor der Abfahrt Richtung Sosa stellt er den Anschluss wieder her. In der Abfahrt selber, die auch noch „Höllengrund“ heißt, hat’s übel gescherbelt bei den 50-km-Fahrern. Sieht nach Massensturz aus. Tempo drosseln, gucken, ob alle versorgt sind, etwas vorsichtiger weiterfahren, falls die Bergwacht mit dem Auto entgegenkommt. Kommt sie noch nicht. Dem/den Verunfallten beste Genesung. Der Hubschrauber hatte zu tun heute. Von Sosa fahren wir zwei weiter nach Blauenthal und Eibenstock, wo Runde 3 in Angriff genommen und sich beim Tisch bedankt wird für die astreine Verbottlung. 

Es ist wie meistens beim DTM, dass der erste Anstieg in Runde 3 eine Art Vorentscheidung bringt. Ich weiß jetzt nicht, wie alt ich bin, aber mir scheint, dass Mike etwas jünger ist und mehr Körner hat als ich. Er verabschiedet sich langsam nach vorne. Im Geschlängel der Waldautobahnen komme ich zwar etwas näher, nur leider halt nicht zwingend. Da reicht auch eine persönliche Bestzeit am Col de Wauwau nicht aus. Dem Anstieg folgen nun tatsächlich ein paar Trails, bevor es über die Talsperrenmauer in Eierstock eben nach Eierstock geht – zum zweiten Mal für heute. Bis zum Ziel passiert nicht mehr viel und nach vorne fehlen ca. 50 s. Nach hinten noch weniger, denn ich habe die Eigenart zu bummeln, wenn ich alleine im Flachen fahre. Ist mir hier schon öfters passiert. Die Gruppe hinter mir ist gefährlich nahegekommen. Das merke ich jedoch erst im Ziel. 

Am Ende steht Platz 2 zu Buche. Da ich unter die drei Ersten gefahren bin, warte ich die Siegerehrung fairnesshalber noch ab, damit Mike und der Dritte, Erik Knauf, nicht alleine auf dem Podium stehen. Sieht nämlich doof aus. Leider dauert es bis zur Siegerehrung exakt die Zeit, die wir für die 100 km auf dem Rad benötigt haben. Es ist kurz vor halb fünf, im Ziel waren wir kurz vor um eins. Es ist daher nicht verwunderlich, dass bei der Siegerehrung der langen Kanten nur noch halb so viele Leute da sind – sowohl im Publikum als auch unter den AK-Platzierten. Denn zu holen an Preisen gibt es leider nichts. Ein Wimpel für den Ersten, Urkunden für die Platzierten. Und eine Keramikmedaille. Für das Startgeld muss doch mal mehr drin sein. Und das Missverhältnis zwischen dem Bergwertungspreis und dem Preis für den Gesamtsieg verstehe ich auch nicht. Zum Glück ist Mike ein fairer Sportsmann, aber wenn man es drauf anlegt, kann man einzig und allein mit noch frischen Beinen auf die Bergwertung nach 20 km fahren und sich danach ausruhen oder gar das Rennen auf dem Berg beenden. Etwas mehr für den Gesamtsieg und die Platzierten, dafür weniger für die Bergwertung, das wäre in Ordnung aus meiner Sicht. Und vielleicht nicht nur aus meiner. Von diesen Einwänden mal abgesehen, war die Organisation des DTM bei der momentanen Situation sehr gut und professionell. 

Ich bin mal gespannt, wohin es mit der Preispolitik nächstes Jahr geht. Nicht nur hier in Eierstock. Wäre schade, wenn der eine oder andere nicht mehr mitradeln kann, weil’s einfach zu teuer ist. Ich habe das dem Veranstalter auch vor Ort gesagt.  

Ein Straßenrennen steht zwar noch im Kalender, wenn man sich das Wetter am kommenden Wochenende aber so ansieht, kann es das mit der sehr kurzen Saison 2020 schon gewesen sein. Mal schauen. 

Ergebnisse: hier.

(c) by DTM Eibenstock
Gesamtwertung 100 km
(c) by DTM Eibenstock

Montag, 14. September 2020

Grenzland-Radmarathon in Auerbach am 13.09.2020

Wer vermutet, hier den Rennbericht des GBM zu finden, den muss ich enttäuschen. Statt des GBM bin ich den GRM gefahren auf dem Rennrad. Der GBM ist mir wie die letzten Jahre auch schon mit 45 EUR Nachmeldegebühr einfach zu teuer. Da muss ich mich entscheiden zwischen dem DTM in Eibenstock next week, der leider auch fast so teuer ist, und dem GBM. Der DTM liegt mir mehr, deswegen werde ich in Eierstock am Start stehen. 
Beim GRM erhält man für knapp 20 EUR inkl. Nachmeldegebühr deutlich mehr im Startpaket und ein üppiges Buffet mit allem Drum und Dran. Die Strecke ist mit rund 210 km, 3700 Hm und einer Fahrzeit zwischen 6,5 und 7 Stunden dabei nicht leichter als die beim GBM. 

Gefahren wird der RTF insbesondere die letzten schweren 100 km quasi wie ein Rennen. Das äußert sich darin, dass in Runde 1 (36 km, 500 Hm) und Runde 2 (43 km, 750 Hm) noch relativ viele Leute beisammen sind. In Runde 3 (55 km, 1000 Hm) gehen dann im Grenzgebiet Tschechien-Deutschland die nennenswerten Berge los, und in Runde 4 (70 km, 1500 Hm) wird's eklig. Da kann man schon mal für den DTM in Eibenstock den Asphalt auf den Anstiegen im Wald hoch zum Col de Auers testen.

Der RTF ist wie gesagt kein Wettkampf, aber er wird von einigen Rennfahrern genutzt, um Kilometer zu sammeln, vor allem am Berg. Entsprechend wird gebolzt. Zu vergleichen ist das mit dem Fichtelberg-Radmarathon oder der Vier-Hübel-Tour.

Die Runden 1 und 2 verlaufen bis auf einen üblen Sturz vor mir, der der nicht immer optimalen Streckenbeschilderung zu verdanken ist, recht zügig ab. Ab Runde 3 kommen dann die ersten Scharfrichter in Tschechien und Mühlleiten, wo ich aber im Gegensatz zu einigen anderen Fahrern gut drüber komme. Hier und da muss ich für unsere Gruppe den Guide spielen, weil ich mir das aktuellste Streckenprofil runtergeladen habe. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich paar mal herausstellt. Am Ende der 3. Runde sind wir nur noch zu fünft. Die Verpflegung mit Kuchen, Brötchen, Getränken nehme ich voll mit, mit dem Nachteil, am ersten Anstieg der Runde 4 zu explodieren. Der Magen ist viel zu voll, ich kann nicht richtig Luft holen. Anfängerfehler. Drei Rennfahrer enteilen meinem Mitstreiter und mir. Irgendwann jedoch habe ich die Verpflegung verarbeitet und bringe prompt wieder vernünftige Wattzahlen auf die Kurbel. In Sosa holen wir die drei Leute am Anstieg zum Col de Auers wieder ein. Das Tempo ist recht hoch, was zwei Leute veranlasst, abreißen zu lassen. Zu dritt geht es die cheis Rampe zum Auersberg hoch, wo ich nach 175 km den Gang nicht mehr richtig rumkriege. Zu fett gekettet, zu fett der Bauch. Ich quäle mich da hoch, als wäre ich noch nie Rad gefahren. Oben aber warten die zwei enteilten Kollegen, sodass wir zu dritt die Abfahrt und die restlichen Kilometer abspulen können. Am letzten unschönen Berg in Carlsfeld muss ich wieder reißen lassen, weil die Muskeln nur noch Pudding sind und die Mitstreiter auch um einiges jünger. Da stellt sich immer die Sinnfrage, wieso Radsport, wieso nicht Eisessen und Kaffeetrinken im Garten? Nun ja, ich l(i)ebe halt den Radspocht.

Am Ende inoffizieller Dritter mit 6:35 Stunden Fahrzeit und vier Minuten Rückstand auf den Ersten, Rennfahrer Robert Müller, der dieses Jahr schon 32.000 km in den Beinen hat. Keine Ahnung, wie das geht, wenn man kein Profi ist oder Student, aber respekt. Auf P2, den Rennfahrer Thorben Haushahn, sind es zwei Minuten.

Der GRM ist schon wegen seines fairen Preis-Leistungs-Verhältnisses kein Geheimtipp mehr und wird, wenn die Preispolitik bei lokalen MTB-Marathons so beibehalten wird, sicher immer weit oben auf meiner Liste stehen.



17. Kamm-Bike-Cross am 25.07.2020 in Johanngeorgenstadt

Dieses Jahr ist alles anders. Viel hat sich getan oder verändert. Beim KBC äußert sich das in einer geänderten Streckenführung mit Einzelstart wie beim Zeitfahren. Ich darf als Dritter auf die Strecke, kann im ersten Anstieg gleich an die virtuelle Spitze fahren und von da an mein Tempo bestimmen. Es geht über vier Runden zu je 15 Kilometern. Runde 1 spule ich erstaunlich schnell ab, so wie die jungen Hüpfer in rund 33 Minuten. Da ist mir einer rausgerutscht. Die Einfahrt in Runde 2 verpasse ich, weil's im Start-Ziel-Gelände irgendwie unübersichtlich ist. Der Veranstalter bildet deswegen einen Pseudo-Mittelwert aus den Rundenzeiten von Runde 1 und 3. Diese 2. Runde bestreite ich zusammen mit Fahrer Stefan Donner.

Runde 3 bin ich wieder auf mich allein gestellt, verpasse dieses Mal aber nicht die korrekte Streckenführung, weil es nun übersichtlicher ist im Start-Ziel-Gelände. Besondere Vorkommnisse: keine.

Runde 4 läuft etwas zäh. Das Motto "Wer früh startet, wird früh müde" schlägt hier konsequent zu, sodass meine Rundenzeit mit gut 41 Minuten unterirdisch ist, es sei denn, die Zeitmessung hat nicht richtig hingehauen. Jedenfalls muss ich im Ziel erst mal darum kämpfen, überhaupt in die Ergebnislisten zu kommen. Aber das geht schneller als erwartet. Am Ende ein zufriedenstellender Rang 7.

Auf der Siegerehrung darf ich mich noch über einen feinen Präsentkorb anlässlich meiner 15. Teilnahme beim KBC freuen. Vielen Dank an den Veranstalter!

Ergebnisse: hier.




Freitag, 4. Oktober 2019

18. Adelsberger Bike-Marathon in Chemnitz/Adelsberg am 03.10.19

Das Saisonfinale fällt wie meistens auf den ABM. So auch dieses Mal. Oder anders ausgedrückt: Das Saisonfinale fällt meistens ins Wasser. So auch dieses Mal. Schiffe, klitschnass und kalt. MTB-Wetter vom Feinsten. Ich lasse es mir dennoch nicht nehmen, die 60 Kilometer unter die Reifen zu nehmen, zum x-ten Mal. Pünktlich kurz vor halb zehn treffe ich im Startgelände ein, pünktlich um zehn beginnt das Rennen. Dass ich geistig noch nicht völlig anwesend bin, merke ich, als ich zum Auto zurück will und dieses nicht finde. Frau Seidel bzw. die Freundin von David Seidel gibt mir den entscheidenden Tipp. Danke dafür! Ich habe noch Zeit, mich einigermaßen warm- und nasszufahren vorm Start. Das Starterfeld ist nicht allzu groß, aber stark besetzt. Und schon geht es los.

Der Kreislauf ist heute willig, der Kopf noch träge, die Motivation … na ja. Ich lasse es zunächst etwas entspannter angehen und ordne mich recht weit hinten ein. Dass vorne die Post abgeht, ist mir erst einmal völlig wurscht, da das Rennen heute wegen der Bedingungen etwas schwerer werden könnte als sonst, auch wenn es nur drei Runden sind. Bis ich trotz extra starker Latschenkiefer einigermaßen warm bin und ins Rollen komme, vergehen ein paar Kilometer. Hohl- und Höhenweg nutze ich, um mich von meiner bisherigen Gruppe nach vorne zu verabschieden und ein paar Leute von vorne zu überholen. Am Gipfel des Hammergrundanstieges steht wie meistens meine leibliche Modder in ihrer Funktion als Verbottlerin und Pilzsuchende. Auch der Vadder ist mit dabei in seiner Funktion als Regenschirmhalter und schießt Fotos seines dreckigen Sohnes. Danach geht es wie immer bergab, dann bergauf, dann wieder holprig bergab und wieder „gegenwindig“ bergauf, bis man die Koppelabfahrt erreicht. Hier docke ich an das Inversionswetterlagen-Phänomen Philipp Kohl und gleich darauf an Fahrer Sölter an, den es auf dem Feldweg leicht hinschmiss, weil der Weg in der Tat sehr glitschig ist. Beides sind noch gute Bekannte vom 100-km-DTM (Rennbericht ist jetzt auch online). Zu dritt und auf den Positionen vier, fünf und sechs liegend, beginnen wir Runde zwei. Fahrer Sölter gibt eingangs der Anstiege immer ordentlich Stoff; das mache ich nicht mit und fahre meinen Rhythmus konstant durch, mit dem Ergebnis, sich immer Meter einzuhandeln und sie später wieder zufahren zu müssen, meistens bergab. Zu dritt nehmen wir den Hohlweg in Angriff, zu zweit kommen wir unten auf dem Höhenweg heraus. Vier-Meter-Mann Phillip muss hier reißen lassen, vermutlich ist er an dem einen ollen Baum hängengeblieben. Fahrer Sölter gibt an jedem Anstieg stets so viel Gas, dass er immer Lücken zu mir reißt, die ich entweder erst am Gipfel des jeweiligen Anstiegs oder vor allem bergab kompensieren kann. Dazwischen verbottelt mich freilich meine holde Modder. Gegen Ende der zweiten Runde habe ich wieder einen gewissen Abstand zu Marcus Sölter, den ich auf der Koppelabfahrt wettmachen kann. Natürlich handle ich mir denselben Rückstand erneut ein, als es hoch zum Ziel geht. Irgendwie nervt das langsam.

Runde drei beginnt. Fahrer Sölter enteilt mir im Schösserholz von Neuem, nachdem ich beinahe dran bin. Cheise. Konstante Fahrweise ist das nicht wirklich. Und ja, ich fahre in der Abfahrt nach Altenhain – natürlich – wieder an ihn heran. Schön ist, dass er dieses Mal den Folgeanstieg nicht ganz so reinknallt und ich mir keinen nennenswerten Rückstand mehr einhandle. Mein Gefühl und auch Onkel Garmin sagen mir, dass ich jetzt etwas höher drehe als in Runde zwei. Sehr schön. Hohl- und Höhenweg meistern wir zu zweit, den Hammergrund hinauf ebenso. Hier bekommt Marcus jetzt aber Probleme, dranzubleiben. Eine Energiekrise offenbart sich. Dieses Mal zum Glück nicht bei mir. Ich fahre ihm jetzt sukzessive weg, lasse mich von meiner Botter vermoddeln, riskiere in der Abfahrt nicht zu viel, fliege bergauf wegen brachialem Traktionsverlust beinahe auf die Schnauze, weil es zunehmend glitschiger wird, und kann wider Erwarten brauchbares Tempo den langen Schotteranstieg Richtung Adelsbergturm gehen. Die Folgeabfahrt mache ich erneut sachte, weil glitschig, und gelange zu dem besch… Gegenwindanstieg, wo der Dame, die dort seit Stunden den Weg weist, die Ladung des Akkus ihrer mobilen Soundanlage vermutlich gegen null gegangen ist, da kein Ton mehr rauskommt. Aber brüllen kann sie immer noch recht laut. Koppelabfahrt, Feldweg und Schlussanstieg bringe ich einigermaßen zügig und sturzfrei hinter mich und komme als Vierter ins Ziel. Wie so oft die Holzmedaille, aber heute war nicht viel mehr drin im Gegensatz zum DTM, deswegen hält sich die schlechte Laune in Grenzen. Der Abstand nach ganz vorne ist groß, der Abstand auf P3 hält sich in Grenzen. Fahrrad samt Fahrer sehen im Ziel aus wie ein bissl dreckig, leider ist die Schlange am wohl einzigen Kärcher dementsprechend lang, sodass ich aufgrund der Kälte und als prädestinierte Frostbeule darauf verzichte, mich anzustellen. Stattdessen rolle ich die Beine auf dem Weg nach Hause zu den Ellis aus, gehe warm (!) duschen, lasse mein verdrecktes Rad dort stehen und fahre samt Eltern wieder zurück zur Siegerehrung, die ich pünktlich erreiche und die von einer unfassbar großen Frau durchgeführt wird. Zeit für einen Imbiss am üppigen Buffet bleibt auch noch.

Off-Season. Wie jedes Jahr betreibe ich nun Höhlenforschung, ohne Kenntnis davon, wann ich wieder hervorkrieche. Mal sehen, da in diesem Winterhalbjahr privat eine ganze Menge Dinge erledigt werden wollen und müssen.

Ergebnisse: hier


De Modder beim Verbotteln des Sohnes
(c) by Vadder

Der Sohn der Modder verdreckt im Ziel
(c) by Vadder

Guido empfängt Präsent von einer unfassbar großen Frau
(c) by Vadder

Klein-Guido zwischen lauter großen Männern
(c) by Vadder

24. Drei-Talsperren-Marathon in Eibenstock am 21.09.19

Die Nachlese zum DTM in Eierstock fällt recht kurz aus, da ich erst jetzt zum Schreiben komme.

Das Wetter passt. Kalt ist es zwar, was mir aber eher entgegenkommt als 20 Grad plus X. Die Beinchen werden dennoch mit wärmender Latschenkiefer einbalsamiert.

9.30 Uhr geht’s scharf. Wie immer entzerrt sich das Feld bereits am ersten langen Schotteranstieg, übrig bleiben acht Heizer, von denen zwei ab und an nach vorne rausfahren, einer davon mit Crossrad. Ich bleibe stoisch sitzen, obwohl die Beinchen heute angenehm frisch sind und ich motivierter bin als sonst. Das Loch fahren andere zu, ich vergeude nicht unnötige Körner. Das ändert sich dann allerdings an der Bergwertung. Ich bin zunächst überrascht, auf einmal mit etwas Abstand ganz vorne zu sein. Okay, so einen Präsentkorb kann man schon mal mitnehmen, wenn er einem so auf dem Präsentierteller serviert wird. Denn für die Podiumsplatzierungen gibt es quasi nichts außer Wimpel, Plaketten und Urkunden. Das Thema bemängle ich schon seit Jahren, und für mittlerweile 40 EUR Startgebühr, weil der Early-Bird-Meldezeitpunkt viel zu früh verstrichen ist, muss man sich wirklich überlegen, nicht zuhause zu bleiben. Aus ähnlichen Gründen meide ich auch den GBM, weil ich dort auch keine 40 EUR zahlen möchte. Kritikschalter aus.
Das mit dem Präsentierteller scheint sich auch Teamkollege Mike Baumann zu denken, der noch mehr investiert als ich, um sich den Korb zu schnappen. Ich gehe mal wieder leer aus, verpulvere umsonst eine Menge Körner.

Die Abfahrt vom Col de Auers lassen wir es ruhig angehen und den Rest der Gruppe wieder aufschließen. Den zweiten Anstieg hinauf zum Col de Auers dezimiert sich unser Grüppchen um eine Person in Form des Inversionswetterlagen-Phänomens Phillip Kohl, im Tal sind wir nämlich bloß noch zu siebt, darunter Kollege MB, Fahrer Sölter, zwei mir völlig unbekannte alte Herren, zwei mir kaum bekannte etwas jüngere Fahrer und ich selbst. Im Grupetto legen wir eine ganze Menge Kilometer zurück, bis wir an den Abzweig zur Runde drei gelangen. Dort verbottelt mich und auch Kollegen MB mein – neuer und höherer – Campingtisch aufs Allerfeinste. Die Lücke, die wir uns einhandeln, fahren wir zu zweit wieder zu, „begünstigt“ durch einen Rettungseinsatz auf der Talstraße. Da werden zwei Fahrer abtransportiert, die sich vorher irgendwo weggeschmissen zu haben scheinen. Kein schönes Bild. Nun folgt der nächste Scharfrichter, ein giftiger Anstieg im Wald, den ich jedes Mal verfluche, zumindest wenn die Beine nicht mehr gut sind. Dank der vermaledeiten Bergwertung sind sie das auch nicht mehr, und ich muss vier Fahrer vor mir ziehen lassen. Zwei weitere müssen mich ziehen lassen. Ich benötige einige Minuten, um mich im Geschlängel der Schotter- und Asphaltwege wieder an das Quartett heranzudrücken. Zugute kommen mir dabei eine etwas dickere Übersetzung und ein etwas windschnittigeres Rad als sonst. Am Col de Wauwau kopple ich erneut ab, dieses Mal aber auch Teamkollege MB, dem die Bergwertung scheinbar noch mehr in den Knochen hängt als mir. Der Versuch, sich abermals heranzudrücken, scheitert nun aber kläglich. Das liegt vorwiegend an mir, jedoch auch an zwei 30-Kilometer-Fahrerinnen, die konsequent trotz Ansage die Ideallinie blockieren und nicht rüberfahren möchten. Bremsen und nicht ganz ungefährliches Ausweichen sind angesagt, Schimpfwortkanonaden seitens der Damen folgen, bei einer schimpfe ich sogar zurück, obwohl ich immer lieb bin. Meistens. Es gilt, bis ins Ziel Vorsicht walten zu lassen, um weiteren „geladenen“ Damen aus dem Weg zu gehen. Und warum einige Fahrer auf nur 30 Kilometern mit Rucksäcken, Licht, Gepäckträgern, Fahrradständern und Schutzblechen fahren müssen, erschließt sich mir nicht wirklich, kann aber durchaus gefährlich werden. Auch für andere.

Den Zielanstieg überlebe ich auch irgendwie und komme als Vierter der Gesamtwertung ins Ziel. Der Abstand hält sich in Grenzen, weil kein Übermensch dabei war. Die beiden alten Herren vor mir, die ich nicht kenne und von denen sogar einer gewinnt (Fahrer Steinmetz), sind jeweils ein Jahr jünger als ich. Das zeigt mal wieder, dass ich wirklich alt bin und dass wir zumindest im Langstreckenbereich in Sachsen ein Nachwuchsproblem haben, wenn sich hier – mit wenigen Ausnahmen wie MB und Vier-Meter-Mann Phillip Kohl – fast nur alte Säcke in die Fresse hauen. Oder liegt es am zu hohen Startgeld?

Zwischen Zieleinfahrt und Siegerehrung werden knapp drei Stunden anberaumt. Das geht gar nicht, demzufolge, und weil mein Vadder runden Geburtstag hat, düse ich nicht viel später nach Zieleinlauf und Ausrollen ab nach Hause zum Feiern. Die Laune ist allerdings nicht so toll, weil ich mir ein besseres Resultat durch meine eigene Dummheit vermasselt habe.

Ergebnisse: hier.

Bilder: gibt’s keine kostenlosen dieses Mal.


Mittwoch, 28. August 2019

23. Vier-Hübel-Tour in Oberwiesenthal am 25.08.19 and a little bit 27. EBM in Seiffen am 04.08.19

Lange her seit dem letzten Bericht. Für den Dreizeiler zum EBM in Seiffen blieb wegen Erholungsurlaubs (!) in der Ferne und anderer privater Dinge ausnahmsweise leider keine Zeit. Man möge mir verzeihen. Viel ist beim EBM eh nicht passiert, außer der Tatsache, dass der eine oder andere Ü50-Teilnehmer mal lieber hätte Tavor schlucken müssen vorher, um ruhiger zu werden in der Einführungsrunde, und dass man dort auf der unrhythmischen, bockharten Holperstrecke mit Fully definitiv besser aufgestellt ist als mit einem Hardtail. Sagt mein Rücken, sagen meine bescheidenen Rundenzeiten. Und dass mein Selbstverbottlungs-Campingtisch zu tief ist, was die Entnahme von Flaschen während der Fahrt verhindert und ich immer den Anker werfen muss. Am Ende nur Platz 14 auf dem langen Kanten mit großem Abstand nach vorne. Nicht schön. Na ja, vielleicht nächstes Jahr, dann hoffentlich wieder mit längerem Bericht, besseren Beinen und besserer Form.

Ergebnisse: hier.

Guido mit Campingtisch
(c) by Schabracke Lasseck

Zur VHT:

Zwischen viertel und halb neun komme ich erst los aus Nord-Karl-Marx-Stadt, bin aber 9.10 Uhr am Parkplatz in O‘thal. Ein Hoch auf meine Gehhilfe. Unterlagen holen, zwei Flaschen bei der Freundin des Teamkollegen Mike Baumann abgeben und gekonnt in die Startaufstellung drängeln. Wegen der recht hohen Temperaturen schnalle ich mir heute zusätzlich einen 2-Liter-Trinkrucksack auf den Rücken. Bei Hitze bin ich sprichwörtlich ein gebranntes Kind. Behindern tut das Teil aber dennoch, das Gewicht merkt man – besonders bergauf.

Um zehn erfolgt der fliegende Start auf der Vierenstraße. Rico Lasseck, die alte Schabracke, verabschiedet mich noch standesgemäß mit Kusshand auf die Runde, ich erwidere das natürlich. Mal mehr, mal weniger zügig geht es zum Bearstone, wo ich im Anstieg den Anschluss nach vorne leider verliere. Ich bin am Explodieren, mir ist es jetzt schon zu warm. Den anderen vermutlich noch nicht. Beneidenswert. Hilft nix, außer gesittet weiterzufahren im Rahmen seiner Möglichkeiten am heutigen Tag. Gesagt, getan, bilde ich etwas später ein Bündnis mit Roy Black und zwei anderen Sängern. Aber auch die kann ich am Plattenweg Richtung Col de Pöhl nicht schmerzfrei halten, sodass es alleine weitergeht. Des Teamkollegen Freundin verbottelt mich liebenswerter Weise, während mir nicht viel später bereits von oben David Seidel und mit größerem Abstand die Verfolgergruppe entgegenkommt. Schon deprimierend. Alleine, mit einer kurzen Unterbrechung zu zweit, holpere ich dem Col de la Scheibe entgegen. Die Spitzengrüppchen sind zu diesem Zeitpunkt schon lange den Berg wieder runter und auf dem Weg nach Markersbach, den ich erst einige Minuten später in Angriff nehme. Auf dem Schotterweg Richtung Straßenquerung verabschiedet sich dann ziemlich rabiat mein Hinterreifen. Bike und Fahrer sind voller Dichtmilch, die zusammen mit der Sonnenschutzcreme ein feines, klebriges Gemisch bildet. Runter vom Bock, vorsichtshalber gleich den Ersatzschlauch einziehen, fertig. Haste gedacht. Das artet dann doch mehr in Arbeit aus, als ich erwartet hatte. Grund: Das Innengewinde meiner Steckachse hinten hat sich irgendwie selbst zerlegt, zumindest teilweise. Ich versuche minutenlang, das Hinterrad einzubauen, aber ohne Erfolg, denn die Achse greift nicht mehr. Nun ja, da hilft nur noch, sich das Gewinde neu zu schneiden mit Bordmitteln. Ich habe leider nicht, wie einige vermutet haben, eine Drehbank in meinem Rucksack verstaut. Auch Anton Günther (und nicht Anton Albrecht) sang einst: "Vergaß dei Drahbank net!" Das nächste Mal werde ich die ganz sicher dabei haben. Die Achse mit dem intakten Außengewinde setzt man dazu auf der gegenüberliegenden Seite mit dem Innengewinde an und dreht sie langsam, aber mit ordentlich Schmackes in jenes Innengewinde ein – gegen jeden Widerstand desselben. Irgendwann ist mein neues Gewinde fertig, und prompt geht auch das Hinterrad wieder einzubauen. Fix noch aufpumpen, und weiter geht es auf einem sensationellen 75. Platz und dreißig Minuten Rückstand zur Spitze. Die Motivation ist im Eimer, die Beine erst mal auch. Zum Glück wartet des Teamkollegen Freundin noch immer am Anstieg zum Oberbecken und reicht mir meine zweite und letzte Flasche für heute. Ein großes Dankeschön. Der Trinkrucksack ist zu dem Zeitpunkt noch voll. Hinauf zum Oberbecken habe ich bereits Krämpfe und muss bissel vorsichtig machen. Da scheine ich zu wenig Elektrolyte angemischt zu haben, ich Held. Durst habe ich nämlich nicht wirklich. Die Umrundung des Oberbeckens erfolgt trotz dicker Beine noch relativ zügig, die Abfahrt zum Ephraimhaus vorsichtig. Man(n) wird noch gebraucht. Den Friedrichbachweg empor habe ich nun leider richtig heftige Krämpfe und muss komplett rausnehmen und kleine Gänge leiern; das zieht sich hin quasi bis zur Sachsenbaude einen Kilometer vor dem Ziel. Im letzten Stück des Schlussanstieges der Wellenschaukel erdreistet sich tatsächlich noch ein Fahrer, mich zu überholen, als hätte ich heute nicht schon genug, doch mein Stolz und Ehrgeiz bewegen mich dazu, diesen Frechdachs kurz vor dem Ziel doch noch abzufangen mit einem kleinen Kraftakt. Wenigstens ein Lichtblick heute, auch wenn es am Ende nur Platz 53 ist. Anschließend runter ins Tal düsen, ausrollen, Sachen packen, Milch-Sonnencreme-Gemisch abwaschen und ab nach Nord-Karl-Marx-Stadt. Selbst im Kfz habe ich noch Krämpfe – und die Nase voll. 
Da will ich mal hoffen, dass ich meinen Salzhaushalt wieder gerade rücke, dass die Temperaturen in den noch anstehenden Rennen dezenter sind und ich irgendwann wieder etwas mehr Zeit fürs Training habe. ´S is Feierobnd.

Ergebnisse: hier.

Auf dem Weg zum Bearstone
(c) by ABV Glocke

Donnerstag, 25. Juli 2019

16. Kamm-Bike-Cross in Johanngeorgenstadt am 20.07.19

Ausnahmsweise regnet es mal nicht bei einem MTB-Wettkampf, gut für den Kopf, gut für die Verschleißteile, gut für den Hintern. Der KBC findet dieses Jahr samstags statt, was für mich freitags zuvor immer ganz schön in Stress ausartet, weil der Ottonormalbürger ja auch bis spät nachmittags oder in den Abend hinein arbeiten muss. Bis ich alles erledigt habe, ist es nach Mitternacht. Der Schlaf ist Grütze, besonders, wenn man zwei Katzen plus eine sehr freche Urlaubskatze daheim hat – und kein wirkliches Bett.

Unpünktlich wie immer komme ich von daheim los, lande pünktlich – wie fast immer – in Johanngeorgetown. Meine Verbottlung ist dank meines Campingtisches wieder von Anfang an sichergestellt, kein devotes Betteln und Suchen nach Verbottlern. Der Start soll 12 Uhr erfolgen, doch irgendwie sind sich die Kampfrichter uneins. Der eine sagt „Start!“, der andere sagt „Warten!“. Gut erzogen, warte ich brav, aber das ungezogene Feld entscheidet sich für den Start, darunter auch der gestörte Ex-Polofahrer, der dieses Mal korrekt geradeaus fährt. Die Folge meiner soliden Erziehung: schön eingekeilt mitten im Pulk. Vorne geht die Post ab, ich hänge fest. Erst nach dem ersten engen Trail kann ich etwas Boden auf die Vorderleute gutmachen, nach ganz vorne komme ich im gesamten Rennverlauf nicht mehr annähernd, die Beine sind zu müde heute. Entsprechend schleppend verläuft die erste Runde, wo ein völlig neuer Waldabschnitt eingebaut wurde und man sich vorher optional für eine Wasserdurchfahrt oder für trockene Füße entscheiden kann. Ich zünde zunächst die Option trockene Füße und trauere nebenbei um einen Maulwurf, der da nach seinem Ableben tot rumliegt auf der Piste.

Die zweite Runde kann ich etwas näher an meinen direkten Konkurrenten, den Hünen Thomas Aurich, heranfahren, ohne jedoch sein Hinterrad zu erreichen. Es klafft permanent eine Lücke von fünf bis fünfzehn Sekunden, je nach Terrain, die ich heute einfach nicht zugedrückt bekomme. Das geht mir massiv auf den S… Da bist du fast dran in den steileren Abschnitten, und dann kommen wieder diese langen Waldautobahnen, wo der Hüne – heute mit Eishockeyhelm unterwegs – mehr Watt latschen kann. Vermutlich hat er auch den Maulwurf überrollt, weil der nun deutlich flacher ist als in Runde eins. Runde zwei, die ich mehr oder weniger zusammen mit Bret Janschneider absolviere, ist nach 51 Minuten auch gegessen. Einzig die Rundendurchfahrt benötigt besondere Wachsamkeit, da doch dort ein Knirps, ohne zu gucken, die Strecke von rechts nach links kreuzt und ich ihn fast umniete.

Runde drei hänge ich immer noch hinter dem eishockeyaffinen Hünen fest, der Abstand vergrößert sich aber zusehends. Das Verbotteln durch den sehr flachen Tisch dauert zudem immer etwas länger als das durch einen Menschen, weil man komplett den Anker werfen muss, um Flasche und ggf. Gels aufzunehmen. Wieder gehen Sekunden auf den Hünen flöten bzw. macht mein direkter Verfolger, Paul Lichan, sicher Boden gut. Die restliche 23-km-Runde verläuft eher unspektakulär, deshalb entscheide ich mich dieses Mal für die Wasserdurchfahrt vor langer Weile. Keine gute Idee, denn ein Ordner dort bremst mich derart aus bei der Durchfahrt, dass ich den Gegenanstieg nicht vernünftig hochkomme und sich auch noch vor lauter Kraft und viel zu dickem Gang mein Schuh aus dem Pedal löst. Erneut paar Sekunden verschenkt nach vorne bzw. hinten. Und der arme Maulwurf ist mittlerweile flach wie ein Pizzateller. Die restlichen Kilometer verlaufen völlig normal, sodass ich recht enttäuscht als Fünfter ins Ziel rolle, erst einmal Flüssigkeit tanke und mit zwei netten Damen, meinem Teamkollegen Bike Maumann (P3) und dem Eishockeyspieler (P4) chille.

Duschen, warten, trinken, Siegerehrung nicht verpassen, sich über die alte Schabracke Rico Lasseck ärgern, die mein Kfz mit lauter Werbung vollgekleistert hat, und ab nach Hause zum Grillen und den Miezen.

Das nächste Rennen wird voraussichtlich der EBM sein, wieder so ein Rennen, wo eigentlich nix so richtig läuft bei mir. Vielleicht geschieht ja ein Wunder …

Ergebnisse: hier.

auf der Strecke

im Ziel

auf dem Treppchen der alten Säcke

Freitag, 19. Juli 2019

1. MTB-Marathon Rabenberg am 07.07.19

Ich bin sehr spät dran. Mit dem Schreiben. Sehr viel um die Ohren die letzten zwei Wochen. Und ich kann mich kaum noch erinnern an das Rennen. Ich glaube, es war nass und kalt auf dem Rabenberg. 

Nicht ganz so pünktlich wurde der Startschuss per DDR-Startklappe vollzogen, blieb mir in Erinnerung. Gleich in einer der ersten Abfahrten – mittendrin in der Spitzengruppe – zerlegte ich mir wohl ein wenig den Hinterreifen. Mir war so, als konnte ich noch eine Weile mitfahren, doch dann war Schicht im Schacht. Patrone rein, weiterfahren, aufholen, wieder in die Nähe der Spitzengruppe gekommen, und zisch, wieder Platten. Das macht sich besonders gut in den gezeiteten Downhillsektoren, wenn man da auf der Felge hinab fährt. Schlauch rein, zweite Kartusche gezündet und auch noch nachgepumpt, wieder warmgefahren und aufgeholt. Ich glaube, das ging paar Kilometer ganz gut, bis mich irgendwann in Runde zwei, wieder in einem Bergabsektor, ein Durchschlag samt Snake Bite am Hinterrad ereilte. Erneut musste die Felge herhalten bergab, bis ich in ruhigere Gewässer gelangte, um den Schaden zu beäugen. Beheben ging ja nicht, denn ich hatte keine Kartuschen mehr und auch keinen Schlauch. Der von hinten kommende Ronald Oehme hatte auch keinen Schlauch mehr übrig, danach dünkt es mich, mehr als drei Kilometer der Strecke entlang und schön bergauf gelatscht zu sein, ohne dass mich auch nur ein Fahrer von hinten überholte. Dünn besiedelt, das Erzgebirge. Erst oben auf der Kuppe des Berges pausierten ein paar Tourenbiker und schenkten/borgten mir einen Butylschlauch. Dass der nur die Größe von 26 Zoll hatte, stellte sich erst etwas später heraus. Irgendwie bekam ich das Teil samt Reifen dann doch montiert und mithilfe zweier Biker wieder aufgepumpt. Weiter ging es. Inzwischen hatte mich auch die erste Frau überholt. Das motivierte mich noch einmal, vernünftig anzugasen, um mir wenigstens das Mädel zurückzuholen. Das gelang am vorletzten Anstieg. Ins Ziel rollte ich nach drei Platten und einem langen Fußmarsch mit 55 Minuten Rückstand auf den Sieger Benjamin bzw. Michael bzw. Benjamin Michael, der vor meinem Teamkollegen Bike Maumann ins Ziel kam. Wenigstens waren die Duschen warm, und einen kleinen Trostpreis konnte ich auch noch abfassen trotz meines sprichwörtlichen Schritttempos. Nächster Versuch: Kamm-Bike-Cross. Dann mit neuem Hinterreifen.

Ergebnisse: hier.

Trostpreis abfassen


Mittwoch, 19. Juni 2019

4. Miriquidi Bike Challange in Marienberg am 16.06.19

Ich melde mich wieder zurück aus der „Versenkung“. Nö, so faul war ich nicht, allerdings hatte ich dieses Jahr noch nicht die Gelegenheit, MTB-Rennen zu fahren, sodass ich mir die Form bei dem einen oder anderen Straßenrennen holen musste. Die Motivation war auch noch nicht dort, wo sie sein sollte, aber mittlerweile geht’s.

Im Pflichtenheft steht heute die Miriquidi Bike Challenge. Ein an und für sich sehr schönes, landschaftlich tolles Rennen – wenn es trocken ist. Doch irgendwie schifft’s hier immer, demzufolge ist der Boden recht tief, weil schlammig. Dank der Temperaturen muss meine Klimatronik nicht Volllast fahren, womit mehr Energie für eine zügige Fortbewegung bleibt.

Am Start der langen Runde stehen dieses Jahr zum Glück keine Übermenschen, dennoch trauen sich einige Heizer, die schon so einige Meriten auf dem Kerbholz haben, auf den langen Kanten. Bei bestem Landregen und sommerlichen 14°C geht es Punkt neun Uhr los und hinein in den Wald, und zwar erst nach 100 Metern – und nicht direkt nach dem Start, wie es laut Hörensagen wohl ein Protagonist, der früher wie ein Gestörter Polo fuhr und der mir schon jahrelang auf den Geist geht, erfolglos versucht hat. Hier bin ich quasi schon komplett eingesaut, zum Glück habe ich die Brille erst gar nicht mitgenommen. Nach einigen Kilometern durch Pfützen und Schlamm nimmt Benjamin bzw. Michael bzw. Benjamin Michael auf dem ersten nennenswerten Bergabstück eine Bodenprobe. Teamkollege Bastian Wauschkuhn gesellt sich kopfüber unfreiwillig zu ihm und erklärt ihm als promovierter Geologe bestimmt auch gleich die Zusammensetzung des Bodens hier im Schlamm von Marienberg OT Gelobtland. Ich schaffe es gerade noch so, auszuweichen. Das Missgeschick spült mich direkt an die Spitze, was in Anbetracht des nun folgenden Morastanstieges gar nicht mal so unvorteilhaft ist. Oben angekommen, sind wir zunächst drei Leute um Roy Bruns, Torsten „Mütze“ Mützlitz und mich. Etwas später auf der Schotterpiste gesellt sich Fahrer Benjamin bzw. Michael bzw. Benjamin Michael zu uns, der seinen Sturz bestens weggesteckt zu haben scheint. Vorne sind wir natürlich in dieser Situation auch nicht Knallgas gefahren. Wir vier Leute harmonieren wirklich gut miteinander, die Führung teilen sich zumeist Roy, Benjamin bzw. Michael bzw. Benjamin Michael und ich. Torsten auf den Geraden vorne fahren zu lassen, ist völlig sinnbefreit, weil er quasi null Windschatten bietet. Bergab rollt mein Bike ganz brauchbar, bergauf eigentlich auch, wenn der Fahrer nicht so fett wäre. Trotzdem bin ich weiterhin Bestandteil der Spitzengruppe. Selbst ein Verfahren bringt uns nicht aus der Ruhe. Da hat nämlich jemand vergessen, ein Absperrband zu entfernen, was unsere Gruppe veranlasst, geradeaus zu stechen statt links den Berg runter. Ein kurzer Gruppenchat bringt uns zu der einstimmigen Erkenntnis, dann doch umzukehren, nachdem ich vorne die Strecke ausgekundschaftet habe. Kein Band mehr, nüscht, also Kehrtwende, die entgegenkommenden Fahrer respektvoll grüßen und den Berg runter. Gute Entscheidung. Unten im Schwarzwassertal geben wir den Ordnern Bescheid, doch bitte oben das Absperrband zu entfernen, da sonst die Hälfte der Leute in Tschechien rauskommt. Außer der gestörte Ex-Polofahrer, der kurvt vermutlich schon in Polen rum. Den Katzenstein hinauf darf ich in Runde eins das Tempo vorgeben. Auch auf den Schottergeraden bleibe ich vorne, nicht, weil ich so einen Druck habe, sondern weil ich so deutlich mehr sehe ohne Brille und nichts in die Augen bekomme. Es folgt der letzte flowige Downhill, bevor es bergauf Richtung Zielnähe und nach einem ruppigen Wurzeltrail durch die Zieldurchfahrt geht. Mein Campingtisch, der schon letztes Jahr gute Dienste leistete, verbottelt nicht nur mich, sondern auch Mütze.

In Runde zwei wird es jetzt richtig schlammig. Immer noch zu viert holpern wir uns dem Morastanstieg entgegen. Hier hat Benjamin bzw. Michael bzw. Benjamin Michael Probleme, das Tempo zu halten. Er ist für die schlammigen Anstiege zu schwer, sagt er, dafür drückt er sich wieder auf der langen Geraden heran. Am etwas später folgenden steileren Anstieg hat Mütze Sorgen, unser Tempo zu halten. Bei mir läuft der Motor zum Glück noch im Sollbereich. Mütze macht es etwas später wie Benjamin bzw. Michael bzw. Benjamin Michael und drückt sich im Flachstück wieder heran. Die Freude darüber ist nur von kürzerer Dauer, denn zum Katzenstein hinauf koppeln wir ihn gänzlich ab. Außerdem muss er mal aufs Klo und geht pinkeln, später ein zweites Mal. Pionierblase. Zu dritt beenden wir Runde zwei, wo ich mich noch mal ordentlich mit Gels und Getränken von meinem Tisch eindecke. Es ist nicht selbstverständlich, dass die Flaschen und Gels so unbehütet dort rumliegen können, deswegen vielen Dank an die fairen Sportler, das für mich – und für Torsten – wirklich notwendige Zeug dort zu lassen, wo es ist.

Durch die kurze Standpause handle ich mir einen kleinen Rückstand ein, den ich aber im Wald zum Glück wieder zufahren kann. Blöd wird es erneut an dieser ollen Schlüsselstelle, dem morastigen Uphill. Zum Glück komme ich ihn empor, ohne vom Hobel zu müssen, denn ein Ausklicken bei dem Schlamm kann bedeuten, überhaupt nicht mehr ins Pedal zu kommen. Die Drückergerade darf ich meistens von vorne fahren, unterstützt von Roy Bruns, Benjamin bzw. Michael bzw. Benjamin Michael übernimmt die Führung im Downhill, wo es mich um ein Haar legt, als ein zu Überholender in meine Spur zieht. Das war knapp. Am darauffolgenden Mütze-Gedächtnis-Anstieg geht bei mir der Motor nun auch in Richtung Standgas, ich habe eine kleine, aber nachhaltige Energiekrise. Roy Black und Ghostrider Benjamin bzw. Michael bzw. Benjamin Michael enteilen mir doch tatsächlich, während ich versuche, nicht in Panik zu verfallen und mein Tempo erst einmal durchzufahren. Oben, wo ich wieder etwas Luft holen kann, tanke ich mal vorsichtshalber paar flüssige Kohlenhydrate. Die zwei vorne sind weg, nun sogar außer Sichtweite. Schlecht. Bergab fahre ich, was geht bei dem Schlamm, um etwas Zeit gutzumachen; den Katzenstein rauf spüre ich, dass der Motor wieder etwas besser Gas annimmt. Den letzten schönen Downhill, der wie meistens vor dem letzten schönen Uphill kommt, genieße ich in vollen Zügen und lasse es wieder kontrolliert fliegen, sofern man überhaupt von Kontrolle sprechen kann. Unten angekommen, sehe ich auf einmal wieder den guten, alten Roy. Etwas später am „Feldberg“ schließe ich auf und frage, was los sei. Er meint, er sei blau gegangen, als er versucht hat, an Benjamin bzw. Michael bzw. Benjamin Michael dranzubleiben. Ich biete ihm Verpflegung an, doch Roy, ganz Mann, verneint. „Es ist nicht mehr weit bis ins Ziel.“ Recht hat er, dennoch muss ich mich jetzt nach vorne verabschieden, denn der Diesel läuft wieder ziemlich gut. Den Zielsprint gewinne ich hauchdünn gegen meinen eigenen Schatten, und ich kann mich über Gesamtrang zwei freuen. Deutlich mehr, als ich erwartet hatte. Zum Glück war es nass und kalt. ;) Roy wird ungefährdeter Dritter vor meinen Teamkollegen Mike Baumann und Bastian Wauschkuhn. Mütze wird mit seiner Pionierblase direkt hinter BW Sechster.

Leider gibt es nur einen Kärcher für die vielen Starter, sodass mein Rad nur eine Katzenwäsche von Hand erhält, sonst würde ich eventuell heute noch anstehen. Zum Glück sind die Duschen schön warm. Nach der Siegerehrung geht’s heim, aber nicht, ohne dem Rico Lasseck, der alten Schabracke, vielen Dank zu sagen für die in Silberfolie eingewickelte Pflanze in meinem Scheibenwischer. Ja, er liebt mich in der Tat, der Rico. Der gestörte Ex-Polofahrer seinerseits wurde in der Zwischenzeit in Aserbeidschan gesichtet …

Bis denne!

Ergebnisse: hier.

Siegerehrung 90 km

etwas dreckig, aber heile

André Meyer, der gestörte Ex-Polofahrer, auf dem Weg nach Aserbeidschan